Hamburger Unternehmer soll Elbtower zu Ende bauen

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Nach mehr als einem Jahr Stillstand deutet sich eine Lösung für den Weiterbau des Hamburger Elbtowers an. Geplant ist der Einstieg des Hamburger Immobilienunternehmers Dieter Becken, in trockenen Tüchern ist die Sache aber nicht. Der Bau des Hochhauses war als Folge des Zusammenbruchs der Benko-Immobiliengruppe gestoppt worden. 

Der Insolvenzverwalter Torsten Martini hat nun eine Exklusivvereinbarung mit Becken Development getroffen; das Unternehmen gehört zu einer Holding um den Hamburger Immobilienunternehmer Dieter Becken. Die Vereinbarung hat zur Folge, dass der Insolvenzverwalter ausschließlich mit Becken über einen Verkauf des Elbtowers verhandelt, wie die Kanzlei des Insolvenzverwalters und Becken Holding mitteilten.

Martini sagte, er freue sich, dass Exklusivität vereinbart worden sei. «Und ich bin zuversichtlich, mit der Investmentgruppe um Dieter Becken den Verkauf abzuschließen.» Zuletzt waren mehrere Bieter für den Elbtower gehandelt worden. Interesse wurde auch der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Prio Holding und dem türkischen Bauunternehmen Enka nachgesagt. Zunächst berichtete die «Hamburger Morgenpost» über die neue Entwicklung. 

In dem Hochhaus sollte auch das erste Nobu-Hotel in Deutschland entstehen. Nobu Hospitality, die von Nobu Matsuhisa, Robert De Niro und Meir Teper gegründete Marke, wollte ihr deutschlandweit erstes Hotel und Restaurant im Elbtower in Hamburg eröffnen.

Das Nobu Hotel Elbtower Hamburg sollte 191 Zimmer und Suiten, ein Nobu-Restaurant mit 200 Sitzplätzen, eine Terrassenbar und Lounge mit Blick auf die Elbe bieten. Neben dem Restaurant wird das Hotel auch über Veranstaltungsräume für Firmen- und gesellschaftliche Anlässe verfügen. Mitglieder des Nobu Private Members Clubs sollten zudem von einer privaten Lounge, Zugang zum hoteleigenen Fitness- und Wellnessbereich sowie exklusiven Events profitieren.

Der 245 Meter und 64 Stockwerke hohe Elbtower wurde vom Architekturbüro David Chipperfield Architects entworfen.

Erst fehlte das Geld, dann ruhte der Prachtbau

Der Elbtower war ursprünglich ein Vorhaben der Signa Prime Selection AG des österreichischen Bauunternehmers René Benko. 2025 sollte das Hochhaus fertiggestellt werden. Die Kosten waren auf rund 950 Millionen Euro veranschlagt. Ende Oktober 2023 stellte das beauftragte Bauunternehmen Adolf Lupp aus Hessen bei 100 Metern Höhe die Arbeit ein, weil Rechnungen nicht gezahlt worden seien. 

Im Januar beantragte schließlich die Elbtower Immobilien GmbH & Co. KG, die Eigentümerin des Elbtower-Grundstücks, Insolvenz. Bei der Projektgesellschaft handelte es sich um eine mittelbare Tochter der ebenfalls insolventen Signa Prime Selection AG.

Nach den ursprünglichen Plänen sollte der Elbtower mit mehr als 60 Stockwerken und einer Höhe von 245 Metern das dritthöchste Gebäude Deutschlands werden - nach dem Commerzbank-Turm und dem Messeturm in Frankfurt. Entworfen wurde das Gebäude vom Büro des britischen Stararchitekten David Chipperfield.

Im Elbtower sollten Büros, Geschäfte, Galerien, Cafés, Restaurants, ein Fitnessstudio und eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform in der 55. Etage untergebracht werden. Ein Hotel der vom Schauspieler Robert De Niro mitgegründeten Nobu-Kette sollte mehrere Etagen des Elbtowers belegen. 

Becken will Elbtower in drei Jahren fertigstellen 

Becken sagte vor wenigen Tagen dem «Handelsblatt», er wolle den Bau innerhalb von drei Jahren fertigstellen. Bis zum Einzug der letzten Mieter solle es höchstens vier Jahre dauern.

Der Hamburger Senat signalisierte Zustimmung, dass Becken den Angaben nach vorschlage, ein Naturkundemuseum der Leibniz-Gemeinschaft in den unteren Geschossen des Hochhauses unterzubringen. Ferner lobte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), dass der Elbtower im ausschließlichen Risiko privater Investoren fertiggestellt werden solle. 

Das Immobilien- und Investmentunternehmen Becken hat nach eigenen Angaben seinen Hauptsitz in Hamburg und verfügt über Büros in mehreren deutschen Städten. In der Hansestadt hat das Unternehmen mehrere Vorhaben realisiert, darunter das Polizeipräsidium und das große Bürogebäude «Berliner Bogen». (mit dpa)


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