Hotelinvestment-Barometer: Alle Zeichen zeigen nach unten

| Hotellerie Hotellerie

Etliche Stimmen warnen seit längerem vor einer Eintrübung der Stimmung auf den Hotelmärkten. Die hospitalityInside Investment Barometer Umfrage rund um die Expo Real stützt diese Prognosen auf signifikante Weise. Seit sechs Jahren fragen HospitalityInside und Union Investment mit dem Brancheninsider zur eigenen Situation und den Branchen-Erwartungen für das kommende Halbjahr. Alle Signale zeigen jetzt nach unten.

Der Investment Barometer Index 2019 gibt zum Vorjahr um 7,2% nach und durchbricht erstmals die Marke von 3.500 Punkten nach unten. Alle fünf Teil-Indikatoren sinken, und drei von ihnen fallen sogar auf einen neuen Tiefststand.

Am stärksten sinkt der Expectation Index, minus 11,5% zum Vorjahr. Er bezieht sich auf die Entwicklung des eigenen Geschäfts und ist im dritten Jahr rückläufig. Bei der Frage nach der aktuellen Marktsituation des eigenen Unternehmens (Business Index) ist der Rückgang mit 1,2% zum Vorjahr noch moderat, allerdings sinkt dieser Index bereits das vierte Mal in Folge.

Mit -7,1% zum Vorjahr setzt sich im Development Index der Trend seit 2017 fort. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Operations Index für die Umsatz-Erwartungen der Branche: Der sinkt seit 2015, dieses Mal um -9,4% zum Vorjahr.

Die Werte bewegen sich wieder auf dem Niveau von 2013, was kein schlechtes Jahr gewesen ist. Nur war die Branche damals im Aufwind. Heute bläst der Wind von vorne und die Ersten raffen bereits die Segel. Konsolidierung und Wachstum mit Augenmaß dürften in den kommenden Jahren zur Richtschnur werden.

Unterdessen drängen weiterhin neue Zimmer-Kapazitäten auf den Markt. Als Hauptgrund hierfür macht die Umfrage den Investitionsdruck aus dem Kapitalmarkt verantwortlich (74% der Nennungen). Die sinkende Attraktivität anderer Assetklassen (42%) trägt aus Sicht der befragten Hotelexperten ihren Teil zum weiterhin wachsenden Angebot bei.

"Trotz der sich eintrübenden Stimmung ist die Nachfrage nach Hotel-Immobilien ungebrochen. Es bedarf einer besonderen und selektiven Strategie, um sich bereits heute vor möglichen zukünftigen Rückschlägen zu wappnen", sagt Andreas Löcher, Leiter Investment Management Hospitality bei Union Investment. 

Gefragt nach den Trends, die neue Einkünfte versprechen oder das Geschäft zumindest stabilisieren können, nennen die Hotelexperten vor allen anderen das Thema Mixed-Use, also Konzepte, die Hotel intelligent mit anderen Nutzungen kombiniert (46% der Nennungen). Hotels mit Food & Beverage-Angeboten und Hotels mit einer guten Neighbourhood-Story könnten den Befragten zufolge ebenfalls zu den künftigen Gewinnern gehören (36%) wie auch Häuser mit Co-Working- bzw. Co-Living-Komponenten (31%).


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

BWH Hotels Central Europe erweitert sein Portfolio in Wilhelmshaven. Das bisherige SleepBEEONE gehört künftig zur Sure Hotel Collection by Best Western und wird schrittweise modernisiert. Das Haus trägt zukünftig den Namen Wilhelmshaven Ahoi – Sure Hotel Collection by Best Western.

IHG Hotels und Resorts expandiert in Spanien durch den Bau von drei neuen Holiday Inn Express-Hotels. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit Tikehau Capital und umfasst insgesamt 653 Zimmer.

Die Meininger Hotels verzeichneten im Geschäftsjahr 2026 ein stabiles Umsatzwachstum von über 200 Millionen Euro. Mit geplanten Neueröffnungen und Investitionen in die digitale Infrastruktur strebt das Unternehmen bis 2030 den Ausbau auf 50 Standorte an.

Das Seehotel Niedernberg – Das Dorf am See hat sein Wellnessangebot erweitert und das neue Miranu Spa samt dem Spa Bistro Aikoi in Betrieb genommen. Für die Realisierung wurden acht Zimmer in sechs Behandlungsräume umgewandelt.

IHG Hotels und Resorts kehrt mit der Marke Crowne Plaza auf den österreichischen Markt zurück. Die Fertigstellung und Eröffnung des Hauses ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Der Vermögensverwalter PGIM erwartet für Europas Hotelmärkte trotz geopolitischer Risiken weiteres Umsatzwachstum. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem eine stabile Inlandsnachfrage, hohe Auslastungen und ein begrenztes Angebot neuer Hotels.

Die Wiedereröffnung des Kölner Dom-Hotels verschiebt sich erneut. Nach Angaben des Eigentümers soll das traditionsreiche Luxushotel erst 2027 den Betrieb aufnehmen, wie der WDR berichtet.

Das Schweizer Bundesgericht hat der Stadt Zürich grünes Licht für eine strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen gegeben. Wohnungen, die kommerziell genutzt werden, zählen künftig nicht mehr zum Wohnanteil.

Accor und die GCH Hotel Group setzen ihre Expansionsstrategie in Deutschland fort und erweitern ihr gemeinsames Portfolio um drei weitere Hotelstandorte. Die neuen Projekte der Marken Greet und Handwritten Collection umfassen insgesamt rund 200 Zimmer.

Das Dorint Hotel Bonn hat eine umfassende Modernisierung abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben wurden rund zehn Millionen Euro in Zimmer, Apartments, öffentliche Bereiche und den Konferenzbereich investiert.