Kriegsflüchtlinge als „billige Arbeitskräfte“? – Vorwürfe gegen Dienstleister von Dormero

| Hotellerie Hotellerie

Statt Schutz und Sicherheit zu bekommen, sollen Geflüchtete aus der Ukraine von einer Reinigungsfirma offenbar für Schwarzarbeit ausgenutzt worden sein, wie der NDR berichtet. Der Sender beschuldigt eine Reinigungsfirma, die in Dormero-Hotels putzt.

Offenbar hatte ein Mitarbeiter der Reinigungsfirma „Yess Facility Management“ aus Lübeck in einer Telegramm-Gruppe gezielt nach Geflüchteten gesucht und ihnen eine legale Tätigkeit mit Unterkunft und Arbeitsvertrag im Unternehmen in Aussicht gestellt, so der Sender.

 

Im März nahmen sie demnach ihre Arbeit im Dormero-Hotel in Hannover auf, doch einen Arbeitsvertrag oder eine Arbeitserlaubnis lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor, so der Sender. Wie sie dem NDR schilderten, seien sie immer wieder vertröstet worden. Doch auch der Stundenlohn von gerade einmal 3,70 Euro lag weit unter dem Mindestlohn, der für Putzkräfte in Reinigungsfirmen bei derzeit 11,55 Euro liegt, berichtet der NDR. Zudem seien den Betroffenen jeweils auch noch 250 Euro für die Miete der Zimmer abgezogen worden. Und offenbar handelte es sich bei der Masche um keinen Einzelfall, so die Recherche.

Die Dormero Hotel AG äußerte sich dem NDR über nur schriftlich und sieht die Verantwortung bei den Subunternehmern. Dienstleister müssten in den Dienstleistungsverträgen versichern, dass sie sich an die geltenden Arbeitsgesetze und Branchenmindestlöhne halten. Sollten sich die sich die Vorwürfe bestätigen, wäre dies "ein Grund für eine sofortige Beendigung der Dienstleistungsverträge mit diesem Anbieter, da dies gegen unsere eigenen unternehmerischen sozialen Grundsätze verstößt", so das Unternehmen.

Die Reinigungsfirma „Yess Facility Management“ weist gegenüber dem NDR die Vorwürfe zurück. Man habe keine Kenntnis vom Vorgehen des Mitarbeiters und werde die Vorwürfe prüfen, erklärte der Eigentümer.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Ensana Fürstenhof in Bad Griesbach hat nach einer umfassenden Modernisierung wiedereröffnet. Das Hotel umfasst 148 Zimmer und eine 4.500 Quadratmeter große Spa-Landschaft. Ein medizinischer Bereich ist für Anfang 2027 geplant.

Das von Fairmont Hotels & Resorts geführte Plaza Hotel in New York soll ab Januar 2027 mindestens vier Jahre geschlossen bleiben. Geplant sind Reparatur- und Restaurierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Fassade. Das Plaza diente als Schauplatz mehrerer Filme.

Die Comer Group will das ehemalige Hilton-Hotel in Gravenbruch kaufen. Nach einem Bericht der Hessenschau ist der Vertrag unterschrieben, die behördliche Genehmigung steht jedoch aus. Der sanktionierte Geschäftsmann Ali Ansari darf von dem Verkauf nicht profitieren.

Kapital und Gästenachfrage sind vorhanden, doch Hoteltransaktionen müssen höhere Anforderungen erfüllen. Die vierte Ausgabe des „Expert Papers“ „Booking the Future“ von mrp hotels beleuchtet, worauf Investoren, Banken und Betreiber bei Finanzierung, Konzept und Wachstum achten.

Stayery expandiert nach München und übernimmt ein Apartmenthaus am Oberwiesenfeld mit 105 Einheiten. Die Eröffnung des konvertierten Bestandsgebäudes am Olympiapark ist für Anfang 2027 geplant.

Seetelhotels meldet einen Ransomware-Angriff auf interne IT-Systeme. Ein möglicher Datenabfluss wird untersucht; bei Buchungen und Anfragen kann es zu Verzögerungen kommen.

Die Radisson Hotel Group hat in Breslau ihr 20. Prize-by-Radisson-Hotel eröffnet. Das Haus im Sky Tower verfügt über 208 Zimmer und ist der zweite Standort der Marke in Polen.

Accor tritt mit dem geplanten ibis Styles Helsinki Helka erstmals in den finnischen Hotelmarkt ein. Das Haus mit 157 Zimmern soll Ende 2027 aus dem traditionsreichen Hotel Helka hervorgehen.

Das bisherige Mercure Tagungs- und Landhotel Krefeld soll ab Januar 2027 als eigenständiges Haus unter dem Dach einer neu gegründeten GmbH fortgeführt werden. Das bestehende Team soll bleiben; neue Tagungskonzepte sind in Arbeit.

Der Ulmer Gemeinderat hat nach einem Bericht der Südwest Presse mit knapper Mehrheit eine Bettensteuer beschlossen. Ab 2030 sollen Übernachtungsgäste drei Euro pro Nacht zahlen.