Krisenfeste Ferienhotellerie rückt in den Fokus der Investoren

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Ferienhotellerie : Auch wenn es die Hotelbranche in der Pandemie nicht leicht hatte, zeigte sich das Segment der Ferienhotellerie doch als vergleichsweise robust. Im Hotelsegment verlagert sich der Fokus international tätiger Investoren von der mit größeren Herausforderungen konfrontierten City-Business-Hotellerie auf Freizeit- und Urlaubsziele in Europa. Dabei bekommen auch ländliche Gebiete der Ferienhotellerie deutlich mehr Aufmerksamkeit. Dies sind einige der zentralen Ergebnisse der Online-Pressekonferenz „Wie krisenresistent ist die europäische Ferienhotellerie?“ von RUECKERCONSULT gemeinsam mit Engel & Völkers Asset Management, 12.18. Investment Management und mrp hotels.

Ferienhotellerie zeigt sich krisenresilient

Anders als die Cityhotellerie, die die Auswirkungen der Coronakrise ab 2020 direkt zu spüren bekommen hat und immer noch erheblich darunter leidet, habe die Ferienhotellerie nach einer gewissen Zeit der Schockstarre relativ schnell wieder in die Spur gefunden, betont Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von mrp hotels. Denn der Wunsch, ja der Bedarf gerade an Urlaubsreisen sei groß, dabei würden vor allem Reisen im Inland und benachbartem Ausland bevorzugt. Folglich habe die Hotellerie, beispielsweise in deutschen Urlaubsregionen wie Schleswig-Holstein, in den Sommermonaten 2021 mit zum Teil sogar deutlich höheren Übernachtungszahlen als im Rekordjahr 2019 punkten können.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der 12.18. Investment Management, bestätigt aus der Praxis: „Innerhalb unseres Portfolios touristischer Immobilien übertreffen die Zahlen teilweise das Niveau vor der Pandemie.“ Und er ergänzt: „Die Bedeutung unserer operativen Erfahrung und der Konzentration auf touristische Destinationen als einzige Assetklasse, zeigt sich in den Durchschnittspreisen für Übernachtungen, die zu den höchsten unter den deutschen Hotelbetreibern gehören.“

Ferienhotellerie: Investorenfokus verlagert sich in die Ferienregionen

Von 2010 bis 2019 war ein positiver Trend beim Transaktionsvolumen am europäischen Hotelimmobilienmarkt zu verzeichnen, der in einem Rekordwert für das Jahr 2019 gipfelte. 2020 folgte jedoch ein signifikanter Einbruch durch die Coronakrise. Laut einer Studie, die mrp hotels im Auftrag von Engel & Völkers Asset Management durchgeführt hat, wird für das Gesamtjahr 2021 zwar eine Erholung gegenüber dem Vorjahr prognostiziert, das Transaktionsvolumen pendelt sich allerdings noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau ein. „Zu unterscheiden ist hier zwischen den einzelnen Hotelsegmenten: Während Investments in Stadthotels noch zögerlich erfolgen, kann die Ferienhotellerie deutlich besser punkten”, erläutert Anton Tjoonk, Geschäftsführer Engel & Völkers Asset Management. In der Vergangenheit waren Stadthotels die gefragtesten Hoteltypen bei Investoren.

„Nachdem dort die Renditen sinken, sich der Ferienhotel-Betreibermarkt deutlich verbessert hat und vermehrt investmentfähige Produkte auf den Ferienhotelmarkt kommen, werden Investitionen in die Ferienhotellerie zunehmend attraktiv”, so Tjoonk.

Martin Schaffer kommentiert: „Wir gehen davon aus, dass das Interesse und der Fokus von Investoren und international expandierenden Betreibern sich in Bezug auf Ferienregionen verstärken wird. Darüber hinaus werden neue Betreiber Freizeitmärkte erobern, in der Markenkonzeption neue Wege gehen und damit auch die Ferienhotelprodukte weiterentwickeln. Dabei bewegen sich die Renditeerwartungen noch auf deutlich höherem Niveau als die bereits etablierten Stadtlagen und Tourismusregionen. Dies eröffnet opportunistischen Investoren Anlagechancen, auch und vor allem in neuen touristischen Destinationen in eher ländlichen Gebieten.“

Finanzierung bleibt Nadelöhr

Banken zeigen sich jedoch noch restriktiv bei der Finanzierung von Hotelimmobilien. „Wir führen derzeit häufig Gespräche mit europäischen Banken, da Kreditinstitute in Deutschland sehr verhalten agieren. Auch alternative Finanzierungsgeber spielen zunehmend eine Rolle”, ergänzt Björn Kombächer, Head of Investor Relations bei Engel & Völkers Asset Management.

Tourismus bleibt Megatrend – Wachsende Mittelschicht unterstützt Wachstum und schafft Anlagemöglichkeiten im luxuriösen Segment

Die Coronakrise wird den globalen Wachstumstrend des Tourismus allenfalls bremsen, aber nicht aufhalten können, davon ist Jörg Lindner überzeugt: „Der Tourismusmarkt wird von einer global wachsenden Mittel- und Oberschicht profitieren. Immer mehr Menschen wollen und können reisen.“ Lindner ergänzt: „Gerade die Spezialisierung auf das Luxussegment ist ein Schlüssel zum Erfolg und schafft damit auch Anlagemöglichkeiten: Die konstant wachsende globale Mittelschicht ist in der Lage, sich luxuriösen Urlaub zu leisten. entsprechend sind die Portfolien vieler Investoren, zu dem auch 12.18. gehört, auf ihre veränderten Erwartungen ausgerichtet." Es wird davon ausgegangen, dass sich die von 1982 bis 2018 mehr als verdoppelnde Mittelschicht bis 2030 um weitere rund 50 % wachsen wird, gibt Lindner zu bedenken. Sie wird die Trends der Zukunft prägen, wie das wachsende Interesse an Kurzurlauben, Erhalt der Gesundheit und Betonung der Nachhaltigkeit und eines bewussteren Lebensstils. Auch sei die „Schaffung von Destinationen“ ein Ziel der neuen Generation von Reisenden auch vor allem von Digital Natives, die bestenfalls Urlaub und Arbeit als „Workation“ verbinden würden.


 

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