Stornierungen an der Ostsee nach Wahlerfolg der AfD

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Nach der Bundestagswahl kommt es an der Ostseeküste, insbesondere auf Usedom, zu Stornierungen von Hotelzimmer. Der Grund: Die Wahlergebnisse der AfD. In Ahlbeck beispielsweise erhielt die Partei 54 Prozent der Stimmen. Ein Hotelier berichtete von „seltsamen Anrufen“ und Absagen von Gästen, die ihre Besorgnis über das Wahlergebnis äußern.

Bereits 2016 gab es ähnliche Reaktionen, als bei den Landtagswahlen die AfD ebenfalls hohe Zustimmungswerte erhielt. Auch jetzt zeigt sich ein vergleichbares Muster. „Ich bekomme von den Mitgliedern jeden Tag Informationen, dass Gäste mit der Begründung 'AfD' storniere“", sagte Lars Schwarz, Landeschef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), der „Ostsee-Zeitung“. „Das ist ein Thema, das uns massiv umtreibt.“ Schwarz betonte weiter: „Die Tourismusbranche lebt von Vielfalt, Offenheit und Gastfreundschaft. Wenn sich Gäste nun unwohl fühlen und deswegen nicht mehr kommen, ist das eine besorgniserregende Entwicklung.“

In sozialen Netzwerken kursiert ein vielfach geteiltes Schreiben eines Urlaubers, der seine Reise mit drastischen Worten absagt: „Ich mag die Ostseelandschaft sehr und mir gefallen Ihre Floating Houses ausnehmend gut.“ Doch das Wahlergebnis lasse ihm nichts anderes übrig, „außer dem Brechreiz“. Er wolle seinen Freunden nicht zumuten, sich „zwei Kilometer Luftlinie von Peenemünde entfernt aufhalten zu müssen, wo 52,4 Prozent der Wähler sich dafür entschieden haben, AfD bzw. NPD zu wählen“. Die Konsequenz: „Behalten Sie also Ihr 'schwimmendes Ferienhaus, das unvergleichbare Wohlgefühlambiente, den lichtdurchfluteten Wohnbereich, die Luxus-Betten, die Sonnenterrasse, das 180-Grad-Panoramafenster, die Fitnesslandschaft und den Bootsliegeplatz'.“ Die Stornierung erfolge mit „demokratischen Grüßen“.


 

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