Suche nach neuem Betreiber: Belegschaft des Congress Hotels Chemnitz ergreift Initiative

| Hotellerie Hotellerie

Nach der Betriebseinstellung des Congress Hotels Chemnitz Ende Januar setzen die ehemaligen Angestellten ihr Engagement für den Erhalt des Standortes fort. Die Belegschaft hat sich aktiv auf die Suche nach einem neuen Investor begeben, um die rund 40 Arbeitsplätze sowie das markante Gebäude im Stadtzentrum zu sichern.

Eigeninitiative der Belegschaft zur Investorensuche

Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilte, haben die Mitarbeiter unter dem Titel „Kult-Hotel mit Dream-Team sucht neuen Betreiber mit Herz und Vision“ Bewerbungsunterlagen an 15 Hotelbetreibergesellschaften versendet. Mit dieser ungewöhnlichen Maßnahme will das Team auf das wirtschaftliche Potenzial des Hauses aufmerksam machen. In den Unterlagen wird unter anderem auf die hohe Auslastung im vergangenen Jahr verwiesen.

Historie und Ausstattung als Verkaufsargumente

Das Congress Hotel, das 1974 als Interhotel eröffnet wurde, gilt mit einer Höhe von knapp 100 Metern als das höchste bewohnte Gebäude in Chemnitz. Ein zentrales Merkmal in der Akquise neuer Betreiber ist das Restaurant im 26. Stock, das einen Panoramablick über die Stadt bietet. Die Mitarbeiter betonen in ihrem Schreiben die langjährige Erfahrung und die Bindung zum Standort: „Einige von uns arbeiten schon seit mehr als 20 Jahren im Congress Hotel und kennen es wie die eigene Westentasche. Zusammen haben wir viel Herzblut in diesen Ort gesteckt und dafür gesorgt, dass sich auch prominente Gäste wie Katarina Witt hier wie zu Hause fühlen.“

Gewerkschaft unterstützt das Vorgehen

Thomas Lißner, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG, unterstützt die Aktion der Beschäftigten. Er hebt hervor, dass potenzielle Unternehmer von einem eingespielten Team und dem Bekanntheitsgrad des Hotels profitieren könnten. „Das Congress Hotel hat noch viel Potential - und wir sind bereit, es zu heben“, lassen die Mitarbeiter in ihrer Bewerbungsmappe verlauten. Interessenten können über die Gewerkschaft Kontakt aufnehmen.

Hintergrund der Schließung und öffentlicher Protest

Der Hotelbetrieb in der Nähe des Karl-Marx-Monuments ruht seit Ende Januar, nachdem der bisherige Betreiber GCH  den Betrieb eingestellt hatte. Die Ankündigung erfolgte erst im Januar, woraufhin die letzten Gäste das Haus am ersten Februarwochenende verlassen mussten. Diese Entwicklung stieß auf deutliche Kritik. Thomas Lißner von der NGG bezeichnete die Schließung innerhalb eines Monats als „eine Sauerei und ein Skandal“, insbesondere da die Beschäftigten im zurückliegenden Jahr der Kulturhauptstadt 2025 an ihre Belastungsgrenzen gegangen seien.

Laut NGG hatte in den vergangenen neun Jahren dreimal der Betreiber gewechselt und wurde der Personalbestand heruntergefahren. Von einem Investitionsstau ist die Rede. 

Anfang Februar bekundeten rund 200 Menschen im Rahmen einer Lichterkette ihre Solidarität mit den Angestellten. Während der Aktion waren die Fenster des Hochhauses in Herzform beleuchtet. Auch der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze nahm an dem Protest teil und berichtete von ersten Interessenten, deren Konzepte nun geprüft werden müssten. Ein vorangegangenes Gespräch der Stadtverwaltung mit dem bisherigen Betreiber war zuvor ergebnislos geblieben.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit dem The Vineta Hotel eröffnet die Oetker-Gruppe ihr erstes Masterpiece Hotel in den Vereinigten Staaten. Das historische Gebäude in Palm Beach wurde nach einer Renovierung mit 41 Zimmern und einem mediterranen Gastronomiekonzept neu positioniert.

Die Althoff Hotels haben ihren zehnten Karrieretag für Auszubildende und Studierende veranstaltet. Das Unternehmen meldet in diesem Zusammenhang eine Steigerung der Übernahmequote auf bis zu 75 Prozent.

Das Aiden by Best Western Velbert, zwischen Düsseldorf, Wuppertal und Essen gelegen, ist mit einem Soft-Opening an den Start gegangen. Das Hotel, das zweite Aiden by Best Western in Deutschland, richtet sich vor allem an das junge Gästesegment.

Pressemitteilung

Das GreenSign Future Lab geht in die zweite Runde. Vom 24. bis zum 25. November 2026 treffen sich Entscheider aus Hotellerie und Gastronomie im Hotel Bristol Berlin, um praxisnahe Impulse zu zentralen Zukunftsthemen der Branche zu gewinnen. Parallel dazu läuft die Bewerbungsphase für den GREEN MONARCH Award 2026.

Die Motel One Group plant ein neues Projekt in Miami: Im Wynwood Arts District sollen ein Hotel und Eigentumswohnungen unter der Marke The Cloud One entstehen. Das Vorhaben ist Teil der US-Expansion des Unternehmens.

Wyndham führt in Zusammenarbeit mit Mogotel das Konzept der Ramada Residences erstmals in Deutschland ein. In Berlin-Reinickendorf entstehen bis 2028 ein Hotel und ein Apartmenthaus mit insgesamt 368 Einheiten.

Die Hotels ibis und ibis budget in der Leipziger Innenstadt nehmen nach einer vollständigen Renovierung stufenweise den Betrieb wieder auf. Den Anfang macht das ibis Leipzig City Ende April, gefolgt vom preisgünstigeren Schwesterhotel im Jahresverlauf.

IHG Hotels & Resorts verzeichnet ein deutliches Wachstum in Europa und erreicht mit 150.000 Zimmern einen neuen Meilenstein. Besonders Deutschland spielt mit einem Anteil von 20 Prozent am Gesamtbestand eine zentrale Rolle für die Expansion.

Die Radisson Hotel Group skaliert ihr Programm für klimaneutrale Hotelbetriebe und plant bis 2030 weltweit 100 zertifizierte Standorte. Durch den Einsatz von Ökostrom und effiziente Betriebsabläufe soll die CO2-Bilanz der Häuser vollständig ausgeglichen werden.

BWH Hotels Central Europe integriert das ehemalige H+ Hotel Bochum ins eigene Portfolio. Das Haus wird künftig von der Curator Hotelbetriebsgesellschaft geführt und umfassend modernisiert.