Falstaff Wein Guide 2019: Zweimal 100 Punkte

| Industrie Industrie

Nicht weniger als 63 Verkostungstage, fast 4.000 Weine – die Proben für den Falstaff Wein Guide waren ein Marathon. Es ging um den Weißweinjahrgang 2017 und der Rotweinjahrgang 2016. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zwei Weine erhalten 100 Punkte.

Im Degustationsteam unter der Leitung von Falstaff Deutschland Herausgeber und Chefredakteur Ulrich Sautter wirkten Koryphäen mit wie Master of Wine Anne Krebiehl aus London oder die Spitzen-Sommeliers Stéphane Gass („Schwarzwaldstube“, Baiersbronn), Gerhard Retter („Fischerklause“ Lütjensee, und „Cordo“, Berlin) und Oliver Donnecker („Heimat“, Frankfurt).

Auf dem Probentisch stand ein ausgesprochen attraktives Jahrgangspaar: Die Weißweine aus dem Jahrgang 2017 wurden zwar fast überall in Deutschland von Spätfrost getroffen, doch für die Weinqualität hatte die Ertragsreduzierung durch die Frostschäden positive Folgen. Vor allem in den südlichen Anbaugebieten sowie in warmen (Steil-)Lagen addierten sich die Klimabedingungen zu Weinen mit einer ungewöhnlichen, aber äußerst schmackhaften Kombination von Dichte und Frische. Zudem legten die markanten 2017er-Säuren eine ideale Basis für fruchtsüße Weine. Vor allem an der Mosel sind rassige Kabinettweine und packend-mineralische Spätlesen entstanden.

Bei den Rotweinen standen überwiegend die Weine des Jahrgangs 2016 zur Verkostung – und auch hier kann man ein höchst befriedigtes Fazit der Verkostungen ziehen: Spätburgunder, Lemberger und andere roten Sorten brachten Weine von großer Vielschichtigkeit bei moderatem Alkohol.

„Der Falstaff  Wein“ Guide Deutschland dokumentiert auch dieses Jahr, wie exzellent unsere einheimischen Winzer arbeiten“, so Ulrich Sautter. „Folgerichtig haben unsere Jurys das gesamte Punktespektrum ausgenützt“. Zwei Weine erhielten die Höchstbewertung von 100 Punkten: die 2017er Escherndorfer Lump Silvaner Trockenbeerenauslese von Horst Sauer (Escherndorf, Franken), und die 2017er Kiedricher Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese des Weinguts Robert Weil (Kiedrich, Rheingau). Weitere acht edelsüße Weine erreichten Bewertungen zwischen 97 und 99 Punkten.

Doch auch die besten trockenen Weine durchbrachen die 95-Punkte-Marke. Der am höchsten bewertete trockene Weißwein stammt aus dem Keller von Clemens Busch (Pünderich, Mosel): Der 2015er „Reserve“-Riesling aus der Lage Pünderich Marienburg Rothenpfad erhielt 97 Punkte. Dahinter folgen fünf weitere trockene Spitzenweine mit 96 Punkten. An der Spitze des deutschen Rotwein-Schaffens stehen vier Spätburgunder mit 96 Punkten.

Der Titel „Kollektion des Jahres“ geht an das Weingut Franz Keller nach Oberbergen in Baden.

Beste edelsüße Weine

100 Punkte – 2017 Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese, Weingut Robert Weil, Kiedrich (Rheingau)

100 Punkte – 2017 Escherndorf Lump Silvaner Trockenbeerenauslese, Weingut Horst Sauer, Escherndorf (Franken)

99 Punkte – 2017 Escherndorf Lump Riesling Trockenbeerenauslese, Weingut Horst Sauer, Escherndorf (Franken)

98 Punkte – 2017 Kiedrich Turmberg Riesling Trockenbeerenauslese, Weingut Robert Weil, Kiedrich (Rheingau)

98 Punkte – 2017 Rüdesheim Berg Roseneck Riesling Trockenbeerenauslese, Weingut Leitz, Rüdesheim (Rheingau)

Beste trockene Weißweine

97 Punkte – 2015 „Reserve“ Pünderich Marienburg Rothenpfad Riesling GG, Clemens Busch, Pünderich (Mosel)

96 Punkte – 2017 Nackenheim Rothenberg Riesling GG wurzelecht, Kühling-Gillot, Nackenheim (Rheinhessen)

96 Punkte – 2016 Forst Jesuitengarten Riesling GG, Weingut Reichsrat von Buhl, Deidesheim (Pfalz)

96 Punkte – 2017 Nackenheim Rothenberg Riesling GG, Weingut Gunderloch, Nackenheim (Rheinhessen)

96 Punkte – 2017 Würzburg Stein-Harfe Silvaner GG, Bürgerspital zum Heiligen Geist, Würzburg (Franken)

96 Punkte – 2016 Malterdingen Bienenberg Chardonnay GG, Bernhard Huber, Malterdingen (Baden)

Beste Rotweine

96 Punkte – 2015 Oberrotweil Kirchberg Spätburgunder GG, Weingut Salwey, Oberrotweil (Baden)

96 Punkte – 2016 Ihringen Vorderer Winklerberg Spätburgunder GG, Weingut Dr. Heger, Ihringen (Baden)

96 Punkte – 2015 Schweigen Heydenreich Spätburgunder GG, Weingut Friedrich Becker, Schweigen (Pfalz)

96 Punkte – 2016 Bürgstadt Centrafenberg Hundsrück Spätburgunder GG, Weingut Rudolf Fürst, Bürgstadt (Franken)

Die besten fruchtigen Rieslinge (Kabinett und Spätlese)

95 Punkte – 2017 Scharzhofberger Riesling Kabinett, Egon Müller, Scharzhof (Saar)

95 Punkte – 2017 Piesport Goldtröpfchen Riesling Spätlese, Weingut Schloss Lieser, Lieser (Mosel)

95 Punkte – 2017 Ockfen Bockstein Riesling Spätlese, Weingut von Othegraven, Kanzem (Saar)

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die anhaltende hochsommerliche Hitze lässt manchen Wein besser schmecken - hat aber auch zunehmend Schattenseiten. Im Großen und Ganzen überwiegen aber noch die positiven Auswirkungen der Klimaerwärmung, so das Deutsche Weininstitut.

Das Statistische Bundesamt verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 einen Rückgang der gewerblichen Fleischproduktion in Deutschland. Während die Schweine- und Rindfleischerzeugung nahezu unverändert bleibt, sinkt das Geflügelfleischaufkommen deutlich.

Das Hotelgeschäft von Sabre wächst zweistellig: Im zweiten Quartal 2026 legte der hotelbezogene Umsatz um elf Prozent zu. Der Reisetechnologiekonzern steigerte auch den Gesamtumsatz und hob seine Prognosen für Pro Forma Adjusted EBITDA und Free Cash Flow an.

 

Ein möglicher mehrheitlicher Einstieg von Henkell International bei Maison Pommery kommt vorerst nicht zustande. Die Exklusivgespräche endeten ohne Einigung, während Pommery zugleich eine zusätzliche Finanzierung über 42,8 Millionen Euro vereinbart hat.

Manche kriegen schon beim Anblick Kopfweh, andere nie genug davon. Die Rede ist von Aperol Spritz, einem Trendgetränk seit Jahren - mit eigenen Songs und vielen Fans. Wie konnte es so weit kommen?

Schon wieder fällt die Statistik für die deutschen Bierbrauereien bitter aus. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres haben sie mit 3,85 Milliarden Litern noch einmal 2,2 Prozent weniger Bier verkaufen können als im ohnehin schon sehr schwachen Vorjahr.

Beim Hopfen geht es noch viel schneller nach unten - und trotzdem gibt es noch zu viel. Zwei Kontinente trotzen dem Abwärtstrend. Und in Deutschland droht ein Brauereienschwund.

Die Warenhauskette erhält nach Wochen der Unruhe frisches Geld. Doch die Warenhauskette will ihr Filialnetzes verkleinern. In diesen Städten müssen Standorte um ihre Zukunft zittern.

Die Fachmesse Alles für den Gast erweitert ihr Konzept für 2026 um neue Themenwelten, Veranstaltungsformate und zusätzliche Aussteller. Im Mittelpunkt der Veranstaltung in Salzburg steht das Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und persönlicher Gastlichkeit.

Sie sind vergleichsweise leicht und gelten als gute Speisebegleiter: Leichtere Weine im Kabinett-Stil aus Deutschland sind nach Einschätzung von Fachleuten im In- und Ausland zunehmend gefragt.