Pleite von Reiseveranstalter GTI Travel: Ex-Chef vor Gericht

| Politik Politik

Sechs Jahre nach der spektakulären Pleite des Reiseveranstalters GTI Travel muss sich dessen Ex-Chef wegen Untreue in Millionenhöhe in Düsseldorf vor Gericht verantworten. Im Juni 2013 waren rund 5000 Reisende an ihren Urlaubsorten von der Pleite überrascht worden. Die zur türkischen Kayi-Gruppe gehörenden Reiseveranstalter GTI Travel und Buchmal-Reisen hatten ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt.

Am Montag sagte die Ehefrau des Angeklagten aus, die ihren Mann damals bei wichtigen Bankgesprächen begleitet hatte: Türkische Banken hätten bereits zugesagte Kredite in Höhe von 45 Millionen Euro plötzlich storniert und nicht ausgezahlt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 59-Jährigen Talha G. dagegen Untreue und betrügerischen Bankrott vor. Unterstützt von drei mitangeklagten Gesellschaftern soll er 2013 trotz Zahlungsunfähigkeit keinen Insolvenzantrag gestellt und 10,5 Millionen Euro aus der Firma gezogen haben. Der 59-Jährige konnte erst vor acht Monaten in der Ukraine festgenommen werden. Bislang hat er zu den Vorwürfen geschwiegen.

Auf der Anklagebank muss er sich allein verantworten: Die Haftbefehle gegen die drei Mitangeklagten konnten bislang nicht vollstreckt werden. Rund 5000 Urlauber waren auf Kosten einer Reiseversicherung zurückgeholt worden. Für den Prozess sind bis Ende September noch elf weitere Verhandlungstage angesetzt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Teaser: Berlin plant eine behördenübergreifende Servicestelle für Veranstaltungen. Sie soll Veranstalter beraten und über Zuständigkeiten, erforderliche Unterlagen und zeitliche Abläufe informieren, selbst aber keine Genehmigungen erteilen.

Booking.com muss Kunden in Österreich nach der Buchung Name und ladungsfähige Anschrift privater Unterkunftgeber mitteilen. Der Oberste Gerichtshof hat die Revision der Plattform gegen die entsprechende Entscheidung der Vorinstanzen zurückgewiesen.

Die geplante Abschaffung des Rabattfreibetrags für Mitarbeiter ist im aktuellen Referentenentwurf zur Einkommensteuerreform nicht mehr enthalten. Zuvor hatten Verbände aus Hotellerie, Gastronomie und Touristik die Pläne kritisiert.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat mit den Gewerkschaften GPA und vida einen neuen Kollektivvertrag für die Gastronomie und Hotellerie vereinbart. Ab Oktober steigen die Gehälter um durchschnittlich drei Prozent, ergänzt durch Einmalzahlungen und höhere Lehrlingseinkommen.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will den steuerlichen Freibetrag für Mitarbeiterrabatte von 1.080 Euro abschaffen. Der Deutsche Reiseverband kritisiert die Pläne und verweist auf die besondere Bedeutung vergünstigter Reiseleistungen für Beschäftigte der Branche.

Sekt oder Bier bei der Konfirmationsfeier oder der Jugendweihe: Das war seit Generationen üblich. Doch die Gefahren durch Alkohol werden inzwischen viel ernster genommen. Der Gesetzgeber reagiert.

Seit dem 12. August gelten erste Vorgaben der europäischen Verpackungsverordnung PPWR verbindlich. Für Hotels und Gastronomiebetriebe kann die eigene Marke auf Verpackungen zusätzliche Verantwortlichkeiten auslösen.

Deutschlands Arbeitgeber pochen auf eine Arbeitszeit-Reform. Sie wollen - aus ihrer Sicht endlich - eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Der DGB warnt vor einem Rückfall ins 19. Jahrhundert.

Höhere Steuern und damit höhere Preise für Brot, Butter und Obst: Darauf zielt ein Vorschlag von Ökonom Clemens Fuest. Er will Einheitlichkeit bei der Mehrwertsteuer und im Gegenzug manche entlasten.

Ab 2027 plant Duisburg die Einführung einer Bettensteuer von drei Euro pro Nacht. Während die Stadt mit Einnahmen zur Haushaltskonsolidierung rechnet, kritisiert die Hotelbranche den zusätzlichen Aufwand und warnt vor Abwanderungseffekten.