Digitale Transformation im Gastgewerbe: Studie offenbart Defizite bei der Fortbildung

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Eine aktuelle Untersuchung von Booking.com zeigt eine erhebliche Kluft zwischen den künftigen Anforderungen an das Personal und den derzeitigen Investitionen in die Weiterbildung innerhalb des europäischen Beherbergungssektors auf. Obwohl ein Großteil der Arbeitgeber die Relevanz digitaler Fähigkeiten erkennt, spiegelt sich diese Einschätzung bislang kaum in den betrieblichen Schulungsplänen wider.

Laut den veröffentlichten Ergebnissen, die auf der Befragung von rund 5.000 Fachkräften sowie fast 200 Experteninterviews basieren, identifizieren 82 Prozent der Hotelbetreiber digitale Kompetenzen als entscheidend für die Zukunft. Dennoch setzen aktuell lediglich 16 Prozent der Betriebe einen entsprechenden Schwerpunkt bei der Qualifizierung ihrer Angestellten.

Diskrepanz zwischen strategischer Bedeutung und praktischer Umsetzung

Die Studie macht deutlich, dass viele Unternehmen trotz des technologischen Wandels die Vorbereitung auf kommende Herausforderungen aufschieben. Während 78 Prozent der Befragten angeben, dass die Nutzung von Technologie zur Steigerung der Effizienz und zur Verbesserung des Gasterlebnisses an Bedeutung gewinnt, haben weniger als ein Drittel, nämlich 29 Prozent, diesen Bereich fest in der Weiterbildung verankert. Noch deutlicher tritt die Lücke bei den vertriebsorientierten Fähigkeiten zutage. Zwar stufen 78 Prozent der Arbeitgeber Kompetenzen in den Bereichen Marketing und Umsatzsteigerung als künftig kritisch ein, doch nur 9 Prozent treiben die Entwicklung dieser Talente derzeit gezielt voran.

Diese Zurückhaltung steht im Gegensatz zur Selbsteinschätzung vieler Mitarbeiter. Wie das Medium berichtet, halten sich 75 Prozent der Beschäftigten bereits für digital kompetent. Diese Zuversicht erstreckt sich auch auf spezifische Bereiche wie datenbasierte Entscheidungsfindung oder Preissysteme, wo über zwei Drittel der Befragten ihre eigenen Fähigkeiten positiv bewerten. Gleichzeitig räumen jedoch 36 Prozent der Angestellten ein, dass fehlende relevante Qualifikationen ein Hindernis für ihr berufliches Fortkommen darstellen. Angesichts der Tatsache, dass 83 Prozent der Befragten eine Führungsposition anstreben, deutet dies auf einen potenziellen Nachholbedarf hin, der durch die derzeitigen Fortbildungsangebote nicht vollständig gedeckt wird.

Hindernisse und Potenziale für die betriebliche Weiterentwicklung

Die Gründe für die schleppende Umsetzung von Schulungsmaßnahmen sind vielfältig. Unter Verweis auf den European Accommodation Barometer 2025 nennt die Untersuchung hohe Kosten und die schwierige Integration von Trainings in den laufenden Betrieb als Hauptbarrieren. Zudem gaben 42 Prozent der Unterkünfte an, dass eine hohe Mitarbeiterfluktuation die Durchführung von kontinuierlichen Schulungen erschwert. Trotz dieser Hürden besteht auf beiden Seiten eine grundsätzliche Bereitschaft zur Veränderung. Die Hälfte der Arbeitgeber würde Online-Schulungen unterstützen, sofern diese kostengünstig und in der jeweiligen Landessprache verfügbar sind. Im Durchschnitt wären Betriebe bereit, ihren Mitarbeitern 4,6 Stunden pro Woche für solche Maßnahmen einzuräumen.

Auch die Arbeitnehmer zeigen sich aufgeschlossen für digitale Lernformate. Laut der Studie würden 88 Prozent der Beschäftigten an entsprechenden Angeboten teilnehmen und dafür wöchentlich etwa 3 Stunden investieren. Matthias Schmid, Senior Vice President Accommodations bei Booking.com, betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer branchenweiten Kooperation: „Unabhängige Unterkünfte sind ein unverzichtbarer Eckpfeiler des europäischen Tourismus-Ökosystems. Daher darf die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der digitalen Transformation und den derzeitigen Weiterbildungsschwerpunkten nicht ignoriert werden.“ Ziel müsse es sein, skalierbare Lösungen zu entwickeln, um die Qualifikationslücke zu schließen und die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors langfristig zu sichern.

Regionale Unterschiede und statistische Einordnung

Im regionalen Vergleich innerhalb Europas zeigen sich Nuancen in der Priorisierung. Während in südeuropäischen Destinationen wie Spanien oder Italien der Fokus verstärkt auf der kurzfristigen Behebung von Defiziten im Kundenservice liegt, ist in Zentraleuropa das Bewusstsein für technologische Schnittstellen ausgeprägter, ohne dass dies jedoch zu einer proportional höheren Schulungsquote führt. Statistisch gesehen bleibt der Kundenservice der Bereich, in dem Arbeitgeber bei freier Wahl zuerst Leistungsdefizite abbauen würden, obwohl nur 12 Prozent dort den aktuell größten strukturellen Schulungsbedarf sehen. Experten mahnen zudem an, dass weiche Faktoren wie Kommunikation und Anpassungsfähigkeit oft als Schwachstellen unterschätzt werden.


 

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