Jede zweite Reisebuchung scheitert an digitalen Barrieren

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Mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher hat bereits eine Online-Reisebuchung wegen digitaler Barrierenabgebrochen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Anbieters Accessiway. Besonders häufig scheitern Buchungen an nicht funktionierenden Bezahlvorgängen, unübersichtlichen Webseiten und schwer bedienbaren Auswahlfeldern.

Das Problem betrifft nicht nur ältere Nutzer oder Menschen mit Behinderungen – im Gegenteil: Unter den 18- bis 29-Jährigen scheitern sogar 69 Prozent an digitalen Barrieren bei der Reisebuchung.

Bezahlvorgänge und unübersichtliche Webseiten verhindern Buchungen

Zu den häufigsten Problemen zählen technische Schwierigkeiten beim Bezahlen. 48,1 Prozent der Befragten, die schon einmal eine Reisebuchung wegen digitaler Barrieren abgebrochen haben, nennen nicht funktionierende Bezahlvorgänge als Grund. 46,2 Prozent verweisen auf eine unübersichtliche Struktur der Reise-Webseite.

Weitere Schwierigkeiten entstehen durch schwer bedienbare Datumsauswahlfelder und Formulare, die 36,5 Prozent als Abbruchgrund nennen. Für 34,6 Prozent sind schwer schließbare Werbeanzeigen und Pop-ups ein Problem. Schwierigkeiten mit Sicherheitsabfragen wie CAPTCHAs führen bei 26,9 Prozent zum Abbruch. 21,2 Prozent nennen schwer verständliche Texte.

Die Ergebnisse stammen aus dem „Travel Check“, den das Marktforschungsunternehmen Civey am 21. und 22. September 2026 im Auftrag von Accessiway durchgeführt hat. Befragt wurden 2.500 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland. Die Ergebnisse seien repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung.

Jüngere Nutzer scheitern häufiger an mobilen Buchungsproblemen

Welche digitalen Barrieren zum Abbruch führen, unterscheidet sich nach Altersgruppe. Bei den 18- bis 29-Jährigen nennen 36,2 Prozent der Betroffenen Webseiten, die auf dem Smartphone nicht funktionieren. In der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren steht dagegen die Übersichtlichkeit im Vordergrund: 57,1 Prozent führen eine unübersichtliche Gestaltung als Grund an.

Bei den 40- bis 49-Jährigen treten besonders häufig Probleme beim Bezahlen auf. 66,7 Prozent dieser Altersgruppe berichten von nicht funktionierenden Bezahlvorgängen. Schwer bedienbare Buchungselemente bleiben über alle Altersgruppen hinweg ein häufiges Hindernis.

Frauen melden häufiger Probleme mit Formularen und Schriftgrößen

Auch zwischen Frauen und Männern unterscheiden sich die Ergebnisse. Insgesamt berichten 54 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer von digitalen Problemen, die bereits zum Abbruch einer Reisebuchung geführt haben.

Bei schwer bedienbaren Auswahlfeldern und Formularen beträgt der Anteil bei Frauen 40,7 Prozent, bei Männern 31,4 Prozent. Eine unübersichtliche Webseitenstruktur nennen 48,1 Prozent der Frauen und 41,2 Prozent der Männer. Zu kleine Schriftgrößen bereiten 18,5 Prozent der Frauen Schwierigkeiten. Bei den Männern sind es 9,8 Prozent.

Wirtschaftliche Folgen digitaler Barrieren

Christian Stephan, Managing Director DACH bei Accessiway, sieht darin ein wirtschaftliches Problem für Reiseanbieter. „Wer seine Buchungsstrecke nicht für alle Menschen bedienbar macht, verliert potenzielle Kund:innen“, erklärte er. Die Abbruchquote zeige, dass digitale Barrierefreiheit auch für den wirtschaftlichen Erfolg von Buchungsprozessen relevant sei.

Neben möglichen Umsatzeinbußen verweist Accessiway auf gesetzliche Anforderungen. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit Juni 2025 und verpflichtet Anbieter bestimmter Produkte und Dienstleistungen, die gesetzlichen Anforderungen an die Barrierefreiheit zu erfüllen. Welche konkreten Pflichten gelten, hängt vom jeweiligen Angebot und den gesetzlichen Voraussetzungen ab. 

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


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