Darf der Arbeitgeber einfach so einen Drogentest verlangen?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Wenn ein Mitarbeiter fahrig und verändert zur Arbeit erscheint, kann das viele Gründe haben - einer davon könnten Drogen sein. Doch was kann der Chef dann tun, um Gewissheit zu haben? Darf er Angestellte zu einem Drogentest zwingen?

«Drogentests greifen in das Persönlichkeitsrecht ein, weshalb das in vielen Fällen ohne eine Einwilligung des Arbeitnehmers nicht gehen wird», erklärt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Zudem muss der Arbeitgeber auch ein berechtigtes Interesse an einem Drogentest haben. Vage Anhaltspunkte dafür, dass ein Angestellter womöglich Drogen genommen haben könnte, reichen da allein auch nicht aus.

Verweigern trotz berechtigtem Interesse?

In einigen Berufen kann der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse an einem Test haben. Das könnte etwa in vielen Jobs im sicherheitsrelevanten Bereich so sein. Oder bei Piloten, Busfahrern, Lokführern. Hat der Arbeitgeber hier den konkreten Verdacht, dass jemand unter Drogeneinfluss steht, kann er einen solchen Test verlangen, so Schipp.

Arbeitnehmer haben aber auch dann immer noch die Option, ihn zu verweigern – denn physisch dazu zwingen kann der Arbeitgeber Angestellte nicht. Doch ein Verweigern kann schwerwiegende Konsequenzen für die Anstellung haben. Verweigert sich ein Arbeitnehmer einen gerechtfertigten Test, kann eine Abmahnung erteilt werden, und wenn das Verhalten bestehen bleibt, sogar eine Kündigung, erklärt der Fachanwalt.

Verweigert ein Arbeitnehmer allerdings einen Drogentest, der nicht berechtigt ist, gibt es in der Regel dann auch keine Konsequenzen dafür. Nach einer Prüfung durch das Arbeitsgericht, ob die Verweigerung rechtmäßig war, können dafür erhaltene Abmahnungen aus der Personalakte gestrichen werden und ausgesprochene Kündigungen keinen Bestand haben.

Zur Person: Johannes Schipp ist Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mitglied im Deutschen Anwaltverein (DAV) und war bis 2021 Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im DAV. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.

Die Gastronomie und die Hotellerie in Deutschland haben im April 2026 preisbereinigt jeweils 7,4 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat. Für das Gastgewerbe insgesamt weist das Statistische Bundesamt ein reales Minus von 7,1 Prozent aus.

Deutschland liegt laut einer internationalen Studie beim Einsatz KI-generierter Spesenbelege an der Spitze. Jeder zehnte Beschäftigte nutzt solche Belege regelmäßig, während jeder Fünfte angibt, Ausgaben grundsätzlich falsch darzustellen.

Eine Umfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement zeigt für 2026 ein überwiegend stabiles Geschäftsreiseaufkommen. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von wachsender Unsicherheit durch Preissteigerungen, geopolitische Risiken und Einschränkungen im Luftverkehr.

Urlaub ist in Zeiten der Inflation eine teure Sache. Selbst mit Tarifvertrag bekommen längst nicht alle Beschäftigten einen Zuschuss. Eine Studie zeigt, wer mit Geld für die Reisekasse rechnen kann.

Eine Umfrage zeigt, dass ein Drittel der Deutschen im Alltag durch digitale Technologien überfordert ist. Neben Senioren betrifft dies auch jeden vierten Erwachsenen unter 50 Jahren, weshalb der Ruf nach staatlichen Bildungsangeboten wächst.