Heidelberg: Drittes Gastro-Pop-up geht spielerisch an den Start

| Gastronomie Gastronomie

In einem seit fast vier Jahren leer stehenden 70-er Jahre Bau zieht in Kürze, zumindest temporär, ein Restaurant ein. Ab dem 7. Dezember ist das Gebäude Spielort des dritten Kapitels der „stories pop-up kitchen“ der Neo Gastronomie GmbH. Über vier Monate hinweg wird das Restaurant auf Zeit den zum Teil maroden Räumen neues Leben einhauchen. Eigens hierfür werden neue Sanitäranlangen eingebaut sowie die Zuluft, Abluft und Heizung erneuert. Insgesamt investieren die Gastronomen einen sechsstelligen Betrag.  „Wir lieben den abgeranzten Berlin-Style, den wir gekonnt in Szene setzen werden.

Hier kommt das großstädtische Gefühl nochmal mehr auf“, sagt Initiator Swen Schmidt. Er betreibt mit drei weiteren Geschäftsführern ein Restaurant im Heidelberger Stadtteil Bahnstadt sowie ab 2020 das Rooftop-Restaurant im neuen Plaza-Hotel in Heidelberg. Das vor einem Jahr gestartete Projekt war das erste Pop-up und somit gastronomisches Novum in der Region. Auftakt der stories-Reihe war in einem alten Bahnbetriebswerk, das zweite Kapitel fand in einem barocken Spiegelsaal statt. Mit den rund 8500 Gästen, die die letzten zwei Pop-ups jeweils über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten besucht haben, sind die Betreiber äußerst zufrieden.

Auch in der neuen Location wollen die Gastronomen wieder für ein kulinarisches Erlebnis inmitten eines eigens dafür entworfenen Ambiente sorgen. Hatte sich das zweite Kapitel um die fiktive Welt der „Alice im Wunderland“ gedreht, hat sich das Team diesmal vom einstigen Mieter des Hauses – Toys `R us – inspirieren lassen. Mit der besonderen Gestaltung und dem Innenausbau ist wieder das Atelier Kontrast von Wolfram Glatz beauftragt: „Hier war die Vorlage ganz klar. Das ehemalige Spielwarengeschäft dient nicht nur als vorübergehende Heimat, sondern auch als Inspirationsquelle“, so Glatz. So wird das dritte Kapitel mit knalligen Farben und Kindheitserinnerungen spielen und entsprechend überraschen.  

Ex-Sternekoch kocht das Menü

Das 5-Gänge-Plus-Menü wird erstmalig von Dominik Markowitz gekocht. Er war bis 2018 Küchenchef im Le Corange in Mannheim unter 2-Sterne-Koch Tristan Brandt und selbst seit 2017 mit einem Stern dekoriert. Zuletzt war er kurzzeitig im Landgasthof Lammershof in Birkenau tätig. Entwickelt hat das Menü Sven Günther als Food Director und Geschäftsführender Gesellschafter. Erwarten können Geschmacksenthusiasten wieder Gänge, die abgestimmt auf das Thema zeitgenössische und kreative Kochkunst zelebrieren.

Erstmals auch Pop-up-Bar für alle

Das Pop-up-Restaurant wird an diesem Ort rund 100 Plätze bieten. Musste im Palais das ganze Setting aufgrund von anderen Events und Hochzeiten ganze 16 Mal ein- und ausgebaut werden, ist das am neuen Spielort nicht notwendig. „Das ist schon ein Riesenaufwand. Selbst wenn wir das als Event-Caterer gewohnt sind, bin ich froh, dass das hier nicht der Fall ist“, sagt Schmidt. Aus diesem Grund und auch, weil eine riesige Fläche zur Verfügung steht, wird es erstmalig eine komplett ausgestattete Pop-up-Bar geben. Mit dem Motto „Let’s play“ soll sie ebenso farbenfroh ausgestattet werden, für alle Gäste geöffnet und daher einen anregenden Neuzugang im Heidelberger Barleben darstellen.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wer über Lieferplattformen bestellt, zahlt nicht nur fürs Essen: Je nach Modell kassieren Lieferdienste 13 bis 30 Prozent Provision. Gleichzeitig behalten sie den direkten Zugang zu den Kundendaten. Für viele Gastronomen wird das zum teuren Geschäft – DEHOGA warnt: Bei solchen Margen können sich nur wenige Restaurants die Zusammenarbeit leisten.

Der erste Restaurant Impact Report von OpenTable untersucht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Restaurants in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Ausgaben rund um Restaurantbesuche, Beschäftigung, Gemeinschaft und das Verhältnis zwischen Gästen und Betrieben.

Zwei-Sterne-Koch Paul Stradner plant im ersten Quartal 2027 sein erstes eigenes Restaurant im 1839 Malerhaus in Achern. Julian Schmid soll die Küche vor Ort gemeinsam mit ihm verantworten; seine Tätigkeit in der Villa René Lalique setzt Stradner fort.

Cornelia Poletto hat auf dem Euref-Campus Düsseldorf ihre neue Kochschule und Eventfläche im Rahmen des Food-Festivals Chefs in Town mit einer italienischen Küchenparty eröffnet. Unterstützung gab es dabei von Nelson Müller und Ludwig Maurer.

Teaser: McDonald’s plant bis 2036 rund 8,5 Milliarden Dollar Unterstützung für Franchisenehmer. Der Konzern prüft proteinreichere Gerichte und will Küchen, Technik und Restaurantgestaltung verändern.

Restaurants und Cafés in Kroatien müssen ab dem 1. Oktober neben aktuellen Preisen auch Referenzpreise ausweisen. Der Zagreber Gastronomieverband befürchtet Verwirrung bei Gästen.

Die traditionsreiche Berliner Feinkost-Institution Rogacki kehrt mit einem Pop-up-Standort in die Markthalle Neun zurück und bereitet die Rückkehr nach Charlottenburg vor.

Ab Oktober müssen kroatische Restaurants und Cafés neben dem aktuellen Preis auch einen historischen Referenzpreis ausweisen. Arbeitgeber kritisieren den bürokratischen Mehraufwand.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland haben in der Villa Marburg in Heigenbrücken den diesjährigen Team Day ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Treffens standen neun unterschiedliche Masterclasses sowie der sogenannte Markt der Genüsse.

Das Hamburger Sterne-Restaurant Haebel beendet am 31. Dezember 2026 seinen regulären Betrieb. Fabio Haebel nennt Grenzen der vorhandenen Infrastruktur als Grund und kündigt weitere Veranstaltungen in den bisherigen Räumen an.