Macht Booking Gäste zu Provisionsschnüfflern?

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Booking.com scheine keine Gelegenheit auslassen zu wollen, seine dominante Stellung unter den Online-Buchungsplattformen zu versilbern, schreibt Markus Luthe vom Hotelverband in einem aktuellen Blog-Post. Jetzt will das Unternehmen auch einen Anteil an Zusatzkosten im Hotel und mache Gäste dafür zu Provisionsschnüfflern, so Luthe.

In vielen Hotels in den USA wird von Hotels von Gästen bei An- oder Abreise eine pauschale Gebühr für Serviceleistungen erhoben. Von dieser „Resort Fee“ fordert Booking jetzt laut Skift seit Mai einen Anteil. Die aktuelle Richtlinie von Booking gilt auch für Gebühren, die Hotels für bestimmte Dienstleistungen berechnen, wie z.B. Zahlungen für das W-Lan-Netz.

Booking.com scheine nun entschlossen, dieses Modell der Generierung von Zusatzeinnahmen auch in anderen Ländern ausrollen zu wollen, schreibt Luthe in dem Blog-Post. In spanischen Medien ist diesbezüglich von einer „absurden Erpressung“ die Rede.

Doch wie kommt Booking zu den Informationen welche Gebühren angefallen sind? Auch hier hat das Portal eine Lösung parat. Luthe beschreibt in seinem Blog-Post, dass Gäste neuerdings nach ihrem Aufenthalt in einer Resort-Unterkunft in den USA von Booking.com erhielten, die neben der Aufforderung zur Abgabe einer Bewertung auch die Zusatzfrage stelle: „Haben Sie während Ihres Aufenthalts in der Unterkunft XYZ für irgendwelche Zusatzleistungen gezahlt (z.B. Wellnessleistungen, Mahlzeiten, Touren und Attraktionen usw.)? Könnten Sie uns ein bisschen mehr erzählen? Es dauert nur eine Minute!"

Für Luthe liegt der Fall auf der Hand „Das Buchungsportal instrumentalisiert den Gast zum Provisionsschnüffeln. Booking macht den Hotelgast zum IM Gast.“

Der Schweizer Journalist Gregor Waser von travelnews.ch schreibt dazu in einem Kommentar: „Dass Hoteliers, die 30, 40 oder auch 60 Prozent der Gäste über Booking generieren, nun ein Messer am Hals haben, wundert nicht. Verwunderlich ist einzig die Unverfrorenheit von Booking, an der Kommissionsschraube weiter zu drehen – und an Leistungen vor Ort mitverdienen zu wollen, mit denen das Portal nun wahrlich nichts zu tun hat.“

Die Resortgebühren fanden in den letzten Jahren bei den Hotelbetreibern eine große Verbreitung, vor allem in den USA. Schätzungen zufolge haben Resort Fees allein im Jahr 2018 bis zu 2,93 Milliarden Dollar eingebracht, so das Center for Hospitality and Tourism der New York University. Die durchschnittliche Gebühr stieg im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 21 Dollar pro Nacht, so ResortFeeChecker.com.

Eine Resort Fee ist eine verpflichtende Abgabe, die von Hotels in einigen Urlaubsregionen erhoben wird und diverse Annehmlichkeiten und Dienstleistungen enthält, die normalerweise separat vom Gast gebucht und gezahlt werden müssen.

Die Resort Fee ist noch eine recht neue Form der pauschalen Inrechnungstellung von Hotelkosten, die erstmals 1997 und vermehrt in den letzten Jahren primär durch Hotels in den USA praktiziert wird. Gästen wird dabei pro Nacht und Zimmer ein fixer, saisonunabhängiger Betrag beim Check-in oder Check-out berechnet.


 

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