Einstufung neuer Virusvariantengebiete löst Stornowelle in Österreichs Hotels aus

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Österreich stuft die Länder Großbritannien, Dänemark, die Niederlande und Norwegen als Virusvariantengebiete ein. Die Einreise aus diesen Staaten werde damit in der Regel mit einer zehntägigen Quarantäne verbunden sein, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Eine Ausnahme gebe es für Menschen mit einer Auffrischungsimpfung und einem negativen PCR-Test, so Katharina Reich, Leiterin der Gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination (Gecko). In den vier Staaten sei die Mutante bereits weit verbreitet. Zu weiteren Maßnahmen zählen auch neue Hürden für soziale Kontakte.

So wird den Angaben zufolge ab dem 27. Dezember die Sperrstunde für die Gastronomie von 23 auf 22 Uhr vorverlegt. Das gelte auch für den Silvestertag. «Feiern sie Silvester im kleinen, sicheren Kreis», appellierte Reich an die Bürger. Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze seien auf höchstens 25 Personen beschränkt. Bis zu 500 Personen gelte die 2G-Regel. Bis zu 1000 Menschen dürfen zusammenfinden, wenn sie geimpft, genesen und getestet sind. Bis zu 2000 Menschen sind erlaubt, wenn sie über einen Auffrischungsimpfung und einen Test verfügen.

Einreiseverordnung und neue Virusvariantengebiete: Stornowelle rollt über Hotellerie

Aktuelle ÖHV-Umfrage: Knapp jede zweite Buchung fällt weg, Auslastung im Jänner und Februar im Keller. Unbürokratische Hilfen und Planbarkeit sind das Gebot der Stunde.

„Die Verunsicherung ist aktuell riesig. Das ist ein Giftcocktail für die Branche und das schlägt sich 1:1 in Storni nieder. Knapp jede zweite Buchung wird gerade wieder aus den Büchern gestrichen“, fasst ÖHV-Generalsekretär Dr. Markus Gratzer die Ergebnisse einer aktuellen ÖHV-Umfrage unter 450 Betrieben zusammen. 46 % der Buchungen in der für die Branche so wichtigen Zeit um Weihnachten bis Anfang Jänner sind bis dato schon weggefallen. Die Auslastung der Häuser liegt bei 50 %, in Wien mit 31 % sogar weit darunter. Für viele ist die aktuelle Lage eine Katastrophe, wie Gratzer zu bedenken gibt: „Normalerweise sind Hotels um die Zeit ausgebucht. Ein-Saison-Betriebe müssen im Winter ihren finanziellen Rücklagen für das ganze Jahr erarbeiten. Mitarbeiter:innen müssen bezahlt, laufende Kosten bedient werden. Von möglichen Investitionen jetzt ganz zu schweigen.“ Der Ausblick auf die Auslastung im Jänner und Februar zeichnet ein ähnlich dramatisches Bild: „Mit 33 % für den gesamten Jänner und 46 % im Februar ist man weit weg von Wirtschaftlichkeit“, gibt der Generalsekretär zu bedenken.

Unbürokratische Hilfen & Planbarkeit gefordert

Da Omikron vermutlich noch weit härter im Tourismus aufschlagen wird, als es die aktuellen Zahlen ohnehin schon andeuten, unterstreicht Gratzer die Dringlichkeit von unbürokratischen Hilfen und einem Mindestmaß an Planbarkeit für die Betriebe: „Ein Chaos wie bei der Einreiseverordnung darf nicht noch einmal passieren. Die Bundesregierung muss jetzt die nötigen die Hilfsinstrumente anpassen, damit die Betriebe schnell darauf Zugriff haben. Um einen Umsatzersatz, ähnlich wie im November 2020, wird der Finanzminister nicht herumkommen. Es geht um das Überleben vieler Betriebe und tausender Arbeitsplätze im Tourismus und direkt davon abhängigen Branchen.“

WKÖ-Hotellerie: Einreisebeschränkungen treffen Branche in gerade erst begonnener Wintersaison

Kraus-Winkler: Regierung muss - trotz Pandemie - Mindestplanbarkeit für die österreichische Hotellerie herstellen und Unterstützungen an Situation anpassen

Auch wenn die österreichische Hotellerie aufgrund der Pandemieentwicklung mit weiteren Einschränkungen rechnen musste, treffen die heute präsentierten Einreiseverschärfungen die Betriebe in einer ohnehin mehr als holprig angelaufenen Wintersaison schwer. Demnach werden, nach Beratungen der Regierung und der Bundesländer mit dem neuen Expertengremium ‚Gecko‘ zu Omikron, Großbritannien, Dänemark, Norwegen und Niederlande als Virusvariantengebiete eingestuft. „10 Tage Quarantäne bei Einreise kommt quasi einem Einreisestopp für Gäste aus unseren wichtigsten Herkunftsmärkten gleich. Immerhin konnte gesichert werden, dass zumindest geboosterte Gäste mit PCR Test einreisen dürfen“, kommentiert Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die heutige Entscheidung.

Kraus-Winkler: „Bei allem Verständnis für Präventionsmaßnahmen in einer noch nie dagewesenen Pandemiesituation, ist die Stimmung in der Branche dennoch mehr als angespannt. Denn die nächste Stornowelle rollt schon ungebremst an.“

Es sei entscheidend, so Kraus-Winkler, dass sich die Branche – Betriebe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch Gäste - auf Aussagen, Ankündigungen und Zusagen der Regierung verlassen können. Hier gibt es eindeutig noch Aufholbedarf. „Das Lockdown-Enddatum hat nicht gehalten und nun verschärft man – keine 2 Tage nach dem verzögerten Re-Start - die erst am Freitagabend ebenfalls kurzfristig geänderte Einreiseverordnung. Auch die vorverlegte Sperrstunde trifft uns, vor allem zu Silvester, sehr hart.“ So appelliert die Branchenvertreterin einmal mehr an die Politik: „Was wir brauchen und fordern, ist eine Mindestplanbarkeit. Die muss man auch in einer Pandemie gewährleisten können, um ein sinnvolles Wirtschaften zu ermöglichen.“

In dieselbe Kerbe schlägt Gregor Kadanka, Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Reisebüros: „Mit der heute verkündeten Verschärfung der Einreiseregelungen sehen wir uns mit einem weiteren Tiefschlag konfrontiert, der unsere Branche, die sich seit nunmehr zwei Jahren in einer absoluten Ausnahmesituation befindet, weiter belastet und schwächt.“

Gerade vor dem Hintergrund dieser neuerlichen Rückschläge und enormen Herausforderungen für die Branchen, sei es unumgänglich, dass die Unterstützungsmaßnahmen rasch nachgebessert werden, fordern Kraus-Winkler und Kadanka abschließend.(PWK771/ES)


 

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