Gaststätten und Geschäfte dicht: Portugal kehrt zu hartem Lockdown zurück

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Portugals Regierung hat wegen stark steigender Corona-Zahlen einen landesweiten harten Lockdown wie im vergangenen Frühjahr angeordnet. Die Menschen dürfen damit ab Freitag das Haus nur noch aus dringendem Anlass wie etwa zum Einkaufen, zur Arbeit oder für Arztbesuche verlassen. Die Maßnahmen gelten zunächst für einen Monat, sollen jedoch nach 15 Tagen überprüft werden, kündigte Regierungschef António Costa am Mittwochabend im staatlichen TV-Sender RTP an. «Denken sie nicht an die Ausnahmen, sondern an die Regel. Und die Regel ist einfach: Jeder von uns muss zu Hause bleiben», sagte Costa.

Die Schulen sollten anders als beim Lockdown während der ersten Corona-Welle geöffnet bleiben. Die Arbeit im Home Office soll, wo immer sie möglich ist, obligatorisch sein, ohne dass es dafür einer Vereinbarung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bedürfe, betonte Costa. Der Profi-Fußball werde nicht untersagt, jedoch weiterhin ohne Publikum stattfinden. Gaststätten und Geschäfte außer für Lebensmittel und den täglichen Grundbedarf müssten schließen.

«Wir durchleben gerade gefährliche Zeiten, aber auch mit wachsenden Hoffnungen», sagte Costa im Hinblick auf die schnell steigenden Infektionszahlen einerseits sowie die begonnene Impfkampagne andererseits. Zugleich stimmte das Parlament einer Verlängerung des seit Anfang November geltenden Ausnahmezustands vorerst bis Ende des Monats mit großer Mehrheit zu.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Portugal stieg zuletzt dramatisch schnell. Binnen 24 Stunden wurden bis Mittwoch 10.566 neue Corona-Infektionen und 156 Tote mit Covid-19 in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern registriert. Das waren die höchsten Tageszahlen überhaupt seit Beginn der Pandemie, wie die Zeitung «Público» schrieb. Die Zahl der Menschen, die sich insgesamt während der Pandemie mit dem Virus Sars-CoV-2 ansteckten, habe damit die Marke von 500 000 überstiegen.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal im Frühjahr und im Sommer noch relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen. Im Herbst wurde die Lage aber immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 517 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. (dpa)


 

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