Hotel- und Gastro-Tarifvertrag in Rheinland-Pfalz jetzt allgemeinverbindlich

| Politik Politik

Für die Mitarbeiter in Hotels und Gaststätten in Rheinland-Pfalz gibt es jetzt eine einheitliche Entlohnung. Die von den Tarifparteien vereinbarten Tarife sind jetzt allgemeinverbindlich, auch in nichttarifgebundenen Betrieben.

Schon seit April gibt es höhere Tariflöhne für Beschäftigte in der Gastronomie - jetzt gelten diese auch für die große Mehrheit der nicht tarifgebundenen Gaststätten und Hotels. Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) hat die Regelungen am Freitag nach der erforderlichen Abstimmung mit dem Bund für allgemeinverbindlich erklärt.

Der Minister verwies darauf, dass in der Zeit der coronabedingten Schließungen von Hotels und Restaurants viele Beschäftigte andere Arbeitsplätze gesucht hätten. «Um die hohe Qualität der Arbeit der Branche zu sichern, müssen die Arbeitsplätze erhalten bleiben.» Die bessere Vergütung könne hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wird der Beschluss begeistert begrüßt. «Das ist ein Megaschub für die gesamte Branche», sagte der Präsident des Landesverbands, Gereon Haumann, der Deutschen Presse-Agentur. Für alle Beschäftigten sei dies ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Die Branche sehe die Entscheidung auch als starkes Signal, alle ehemaligen Beschäftigten wieder zurückzugewinnen.

«Wir sind die Glücksbringer der Gesellschaft», sagte Haumann. Gaststätten seien Orte, um gerade in schwierigen Zeiten Miteinander und Freude zu erleben. «Ich habe die große Bitte an alle Gäste, die Wertschätzung gegenüber unserer Branche damit zum Ausdruck zu bringen, dass sie die vielleicht jetzt kommenden höheren Preise auch akzeptieren können.»

Der Einstiegslohn in der Gastronomie liegt jetzt bei 12,60 Euro in der Stunde und damit fünf Prozent über dem gesetzlichen Mindestlohn. Die Ausbildungsvergütungen im ersten Ausbildungsjahr steigen auf 1000 Euro monatlich, im zweiten Lehrjahr auf 1100 Euro und im dritten Jahr auf 1200 Euro.

«Wir brauchen gut ausgebildete und motivierte Nachwuchskräfte» für Gastronomie und Tourismus, sagte Schweitzer. «Durch den Anreiz der besseren Vergütung wird die Attraktivität der Ausbildung in diesem Bereich erheblich gestärkt.»

Wegen der unterschiedlichen Mitgliedschaften von Betrieben im Dehoga und von Beschäftigten in der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erhielten nach einer Schätzung Haumanns bislang nur etwa fünf Prozent der Beschäftigten die höhere Entlohnung. Jetzt gilt dies rückwirkend zum 1. Dezember für alle in der Branche. Damit werde auch vermieden, dass es zu einer Wettbewerbsverzerrung komme, sagte Haumann.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Zwischendurch hatte das Kanzleramt sie gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten - jetzt ist die Zuckersteuer in der Bundesregierung beschlossen. Der Bundestag ist am Zug.

Union und SPD wollen eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke einführen. Um die Details wurde lange gerungen. Jetzt gibt es eine Einigung. CDU-Ministerpräsident Boris Rhein aus Hessen spricht von einem falschen Signal.

Sieben Prozent mehr Lohn fordert die NGG im bayerischen Gastgewerbe. Der Dehoga Bayern bietet zwei Erhöhungen bei 30 Monaten Laufzeit an – die Gewerkschaft hat das Angebot nach Angaben des Verbandes abgelehnt.

Kommt die Zuckersteuer noch? Die neun Länder-Agrarminister von CDU und CSU sind dagegen - und schreiben dem Kanzler einen Brief.

Bestimmte Geschäftsreisen sollen nach einer EU-Reform von der vorherigen A1-Meldung ausgenommen werden, berichtet der VDR. Bis die neuen Vorschriften anwendbar sind, müssen Unternehmen die bisherigen Vorgaben beachten.

Erst am Mittwoch hatte Vizekanzler Klingbeil seinen Entwurf an die Ministerien gegeben, nun tritt das Kanzleramt auf die Bremse. Die Zuckersteuer liegt erst einmal auf Eis. Klingbeil rechnet dennoch mit schneller Einigung.

Die geplante Steuer auf zuckerhaltige Getränke soll dem Staat im Jahr rund eine Milliarde Euro einbringen. Das geht aus einem Entwurf des Finanzministeriums hervor, über den zuerst das «Handelsblatt» berichtete. Im Bundestag sind die Pläne der Regierung umstritten.

Ab 1. Oktober dürfte der Kaffee im Wegwerfbecher in Potsdam teurer werden. Die Landeshauptstadt führt im Alleingang eine Verpackungssteuer ein. Massive Kritik kommt aus der Wirtschaft.

Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband hat die Plattform minijobs-erhalten.de gestartet, um auf drohende Kostensteigerungen und Belastungen für Minijobs aufmerksam zu machen.

Die deutsche Wirtschaft fordert eine umfassende Reform des Datenschutzes. 90 Prozent der Unternehmen halten laut Bitkom-Umfrage eine gezielte Reform der Datenschutz-Grundverordnung für notwendig.