Hotelverband fordert gesetzliches Verbot von Bestpreisklauseln auch in Deutschland

| Politik Politik

Der Hotelverband Deutschland (IHA) fordert ein gesetzliches Verbot von Paritätsklauseln in der Hotellerie in der Bundesrepublik. Kürzlich hatte ein Gericht in Düsseldorf Bestpreisklauseln bei Booking für rechtens erklärt. Booking kann es Hotels damit untersagen, günstiger zu verkaufen als das Portal. HRS ist das vom gleichen Gericht 2015 untersagt worden.

„Wenn nach Auffassung des 1. Kartellsenats am OLG Düsseldorf Vertragsrecht über das Wettbewerbsrecht zu stellen ist, sind nun die Bundesregierung und der Bundestag gefordert, im gemeinsamen Interesse von Verbrauchern und Hoteliers ein klares gesetzliches Verbot solcher Knebelparagraphen zu beschließen, wie es schon in Frankreich, Österreich, Italien und Belgien gilt“, brachte IHA-Vorsitzender Otto Lindner die Erwartung der Branche auf den Punkt.

Eröffnet wurde der Innovation Summit im Rahmen des IHA-Hotelkongresses durch eine Keynote von Dr. Vladimir Preveden, Partner von Roland Berger Österreich, der das Update einer gemeinsamen Digitalisierungsstudie von IHA und ÖHV vorstellte und an konkreten Beispielen Chancen und Risiken der Digitalisierung für die Hotellerie aufzeigte (Tageskarte berichtete). Bei den sich anschließenden Pitchpräsentationen von Start-up-Unternehmen und Preferred Partnern des Hotelverbandes erhielten die Kongressteilnehmer gleich zahlreiche Anregungen für die Umsetzung in die betriebliche Praxis und wählten die diesjährigen Preisträger. Bei den Start-up-Unternehmen setzte sich die Hygenator RefresherBoxx durch, bei den Preferred Partnern siegte der Hotel Digital Score – eine Online Birds Idee (Tageskarte berichtete).

Auch in der Mitgliederversammlung des Hotelverbandes standen Digitalisierungsthemen im Mittelpunkt der Beratungen. „Die miserable Breitband- und Mobilfunknetzinfrastruktur Deutschlands ist zu einer veritablen Standortbedrohung für die Hotellerie in ländlichen Räumen geworden und muss endlich als Top-Thema in der Politik ankommen“, fasst Lindner das diesbezügliche Unverständnis seiner Kolleginnen und Kollegen zusammen. „In diesen Kontext gehört auch, dass wir heute noch über den Anachronismus von händischen Unterschriften auf Papier-Meldescheinen beim Check-in im Hotel mit dem Bundesinnenministerium diskutieren müssen!“

Auf eine besonders starke Resonanz und Zustimmung stieß ein einstündiges Barcamp im Rahmen des Hotelkongresses, in dem IHA-Vorsitzender Otto Lindner und IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe den Mitglieder zu allen spontan geäußerten Themen, wie etwa dem Arbeitskräftemangel oder der Zusammenarbeit der Verbände, Rede und Antwort standen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt die Pläne der schwarz-roten Koalition, die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Es sei zwar das Ende der telefonischen Krankschreibung vereinbart, nicht aber die Möglichkeit eines Attests per Video. 

Die Stadt Bamberg will die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen in weiten Teilen des Stadtgebiets künftig verhindern. Neue Bebauungspläne und Veränderungssperren sollen den Wohnungsmarkt langfristig schützen.

Mit den Worten „Die Minijobs bleiben“ hat sich CSU-Chef Markus Söder klar gegen eine Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung ausgesprochen. Seine Aussage erfolgt wenige Tage nach einem Brandbrief von Wirtschaftsverbänden und vor der für den Herbst angekündigten Entscheidung der Bundesregierung.

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, darunter der DEHOGA, hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, Minijobs im Zuge der geplanten Sozial- und Rentenreformen faktisch abzuschaffen oder deutlich zu verteuern. In einem Brandbrief fordern sie den Erhalt der Minijobs in ihrer heutigen Form. 

Für die rund 80.000 Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe im Norden beginnen die Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft NGG hat mit Forderungen nach einem Lohnplus von fast 6 Prozent vorgelegt.

Die staatlichen Wirtschaftshilfen während der Corona-Pandemie haben nach einer ZEW-Analyse zahlreiche Arbeitsplätze gesichert. Die zunächst befristete Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie kam hingegen nicht so gut an bei den Forschern.

Hochprozentige alkoholische Getränke sollen bald teurer werden – durch einen Aufschlag bei der Steuer. Das soll nicht nur dazu beitragen, den Haushalt zu sanieren.

Die Bundesärztekammer begrüßt die Pläne der Bundesregierung Alkohol, Tabak und gesüßte Getränke stärker zu besteuern - fordert aber noch weitergehende Schritte: Bei Alkohol greife die Beschränkung auf einzelne Produktgruppen wie Spirituosen oder Schaumwein zu kurz.

Mehr Ausgaben und höhere Schulden: Das sind Kernpunkte des Bundeshaushalts 2027. Finanzminister Lars Klingbeil schließt Milliardenlücken, muss dazu aber in eine Rücklage greifen. Zur Konsolidierung des Haushalts plant die Regierung zudem den Abbau von Finanzhilfen.

Branchenverbände sehen in den Koalitionsbeschlüssen ein Signal für den Fortbestand der Minijobs. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte die Entscheidung über den rentenpolitischen Umgang mit Beschäftigungsverhältnissen jedoch erst für den Herbst an.