Mittelstandsverband: Zweiter Corona-Lockdown muss unbedingt verhindert werden

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Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen warnt die deutsche Wirtschaft vor einem zweiten flächendeckenden Lockdown. Eine solche Maßnahme wäre verheerend, die deutsche Wirtschaft wäre «für Jahre, vielleicht sogar ein Jahrzehnt schwer geschädigt», sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, dem Magazin «Focus».

Die aktuelle Lage sei ohnehin schon extrem herausfordernd. 80 Prozent der Unternehmen erwarteten für das Gesamtjahr sinkende Umsätze: «40 Prozent haben schwere Liquiditätsprobleme, und jede zehnte Firma hält sich sogar für insolvenzgefährdet.»

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft warnte, ein erneutes Herunterfahren von öffentlichem Leben und Geschäftsleben wie im Frühjahr würde erheblich größere Schäden in der Wirtschaft und vor allem im Mittelstand zur Folge haben als beim ersten Mal. Viele Betriebe hätten ihre finanziellen Reserven aufgebraucht und müssten bei einem zweiten Lockdown die «Hände heben», heißt es in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder. Dieses wird in der kommenden «Focus»-Ausgabe veröffentlicht und lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Ein «überzogener Infektionsschutz» dürfe nicht wieder Vorrang vor dem Schutz von Wirtschaft und Wohlstand haben.

Die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen gebe Anlass zu größter Sorge. Vor allem der Mittelstand sei alarmiert, habe er doch zusammen mit den Selbstständigen die Hauptlast des ersten Lockdowns im Frühjahr zu tragen gehabt, heißt es: «Ganze Branchen wie die Gastronomie, die Hotellerie, der Tourismus oder der Messebau kämpfen seither um das Überleben. Und nicht zuletzt die Kunst- und Kreativszene ist existenziell betroffen. Für den Herbst erwarten Experten eine Insolvenzwelle nie gekannten Ausmaßes.»

Bei einem zweiten Lockdown wäre auch der Staat finanziell überfordert, warnte der Mittelstandsverband. Er sieht die ökonomische Zukunftsfähigkeit Deutschlands in Gefahr, Millionen Arbeits- und Ausbildungsplätze stünden auf dem Spiel.

Die Politik hatte milliardenschwere Programme beschlossen, um Jobs zu sichern. Wirtschaftsverbände fordern aber Nachbesserungen. Auch aus der Politik gibt es Forderungen, das Kurzarbeitergeld sowie staatliche Überbrückungshilfen für Firmen zu verlängern. (dpa)


 

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