NGG ruft Beschäftigte in Frankfurter Messe-Hotels zur Imex zu Warnstreiks auf

| Politik Politik

Zum Auftakt der Veranstaltungsmesse Imex hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Beschäftigte mehrerer Frankfurter Messe-Hotels zu einem Warnstreik aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen am Dienstag zudem die Lounges am Flughafen bestreikt werden. An der Messe sei am Vormittag eine Kundgebung der Streikenden geplant.

Von den Arbeitsniederlegungen betroffen sind laut Mitteilung unter anderem Hotels der Marken Steigenberger, Radisson, Marriott, Hilton, Westin Grand und Crowne Plaza. Die NGG rechnet nach eigenen Angaben mit Einschränkungen beim Service in zahlreichen Häusern.

NGG fordert 7,5 Prozent mehr Lohn und Gesundheitszuschuss

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 7,5 Prozent. Zusätzlich verlangt die NGG einen jährlichen Gesundheitszuschuss von 300 Euro für die Beschäftigten.

Nach Angaben der Gewerkschaft haben die Arbeitgeber bislang eine Gehaltserhöhung von insgesamt einem Prozent über einen Zeitraum von 30 Monaten angeboten. Zudem hätten die Arbeitgeber angekündigt, die Löhne ungelernter Arbeitskräfte nicht anheben zu wollen.

Der NGG-Verhandlungsführer Hendrik Hallier erklärte laut Mitteilung, der Druck solle in den kommenden Wochen weiter erhöht werden, falls kein verbessertes Angebot vorgelegt werde.

NGG kritisiert Haltung des Dehoga Hessen in Tarifrunde

Der Landesvorsitzende der NGG, Hakan Ulucay, kritisierte das bisherige Verhalten des Hotel- und Gastronomieverbandes Dehoga Hessen scharf. Wörtlich erklärte Ulucay:

„Seit unserer ersten Tarifverhandlung im Januar bewegte sich der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen keinen Millimeter. Während die Preise nicht nur an der Zapfsäule, sondern in nahezu allen Bereichen steigen und die Inflationsrate an der 3%-Marke kratzt, glauben die Gastronomen, nach der Absenkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 % auf 7 %, bei den Beschäftigen den Rotstift ansetzen zu können. Die steuerliche Entlastung durch öffentliche Mittel verschafft den Betrieben einen erheblichen finanziellen Spielraum. Umso unverständlicher ist es, dass davon bei den Beschäftigten bis heute nichts ankommt. Statt fairer Beteiligung an der Mehrwertsteuersenkung sollen sie nun zweieinhalb Jahre nahezu ohne spürbare Tariferhöhung hingehalten werden.“

Die Warnstreiks finden während der internationalen Veranstaltungsmesse Imex in Frankfurt statt. Die Messe gilt als Branchentreffen für die Tagungs-, Kongress- und Veranstaltungswirtschaft.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Koalition will den Krankenstand in der Wirtschaft herunterbringen - mit höheren Anforderungen an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Das bringt nicht nur Ärztevertreter auf die Barrikaden.

Die Umgestaltung der Rente in Deutschland ist zentral bei den Entscheidungen der Koalition. Offen sind aber noch mögliche Änderungen bei Minijobs. Merz kündigte an, über den rentenpolitischen Umgang mit Beschäftigungsverhältnissen werde im Herbst entschieden. Der DEHOGA Bayern sieht die Minijobs bereits als gesichert.

Die Spitzen von Union und SPD haben sich nach langem Ringen im Koalitionsausschuss auf ein Reformpaket für wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit verständigt. 

Mit einem Appell zum Kauf heimischer Weine und einem neuen Förderprogramm reagiert Baden-Württemberg auf die angespannte Lage im Weinbau. Ministerpräsident Cem Özdemir warnt vor den Folgen für Kulturlandschaft und Tourismus, während die Landesregierung zusätzliche Hilfen für die Betriebe auf den Weg bringt.

Nur Barzahlung möglich? Das mögen die Finanzminister von Bund und Ländern gar nicht. Schon bald könnte damit Schluss sein. Das Bundesfinanzministerium will bald neue Gesetze zur Bekämpfung von Steuerbetrug vorlegen.

Die Bundesregierung will statt einer Abgabe nun doch eine Zuckersteuer auf Getränke wie Limonaden und Colas erheben. Grund für den Schwenk sind offenbar verfassungsrechtliche Bedenken.

Über die Renten-Reform besteht weitgehend Einigkeit. Die Bewährungsprobe für die neue Harmonie in der schwarz-roten Regierung steht aber noch bevor - ab Mittwoch im Koalitionsausschuss. Was geplant ist, bei Tageskarte lesen.

Der Bundesverband der Systemgastronomie hat auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Zugleich verband der Verband diese Pläne mit Forderungen nach weniger Bürokratie und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.

Die Stadt München sieht trotz freiwilliger Vereinbarungen keine spürbare Entlastung im Univiertel. Oberbürgermeister Dominik Krause kündigt an, bei ausbleibender Verbesserung das Verkaufsverbot für Flaschenbier bereits ab 22 Uhr wieder einzuführen.

Die NGG unterstützt die Empfehlungen der Rentenkommission zur Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs. Der DEHOGA warnt dagegen vor erheblichen Folgen für rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte im Gastgewerbe.