Sachsen plant Einführung eines Unternehmerlohns

| Politik Politik

Sachsens Landesregierung arbeitet an der Einführung eines Unternehmerlohns. Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) sagte am Freitag bei einer Pressekonferenz, dass sie eine entsprechende Vorlage aus dem Wirtschaftsministerium unterstützen werde, sobald diese ins Kabinett eingebracht sei.

«Das begrüße ich außerordentlich, denn das ist für viele Bereiche zwingend notwendig und da zähle ich auch die Kulturschaffenden mit darunter, dass wir uns hier auf dem Gebiet finanziell stark machen.» Zuvor hatte die «Leipziger Volkszeitung» berichtet.

Betriebskosten-Zuschuss als Unternehmerlohn in Sachsen

Das Wirtschaftsministerium machte am Freitag keine Angaben zu Details. Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) hatte dazu am Mittwoch im MDR-«Sachsenradio» gesagt, dass er der Koalition vorgeschlagen habe, im Härtefall-Fonds eine Pauschale in Höhe von 1500 Euro als monatlichen Betriebskosten-Zuschuss für November bis Januar einzuführen, der auch als Unternehmerlohn gezahlt werden könne.

«Dieser Vorschlag ist in der Koalition sehr gut aufgenommen worden. Ich habe jetzt den Auftrag, das für die nächste Kabinettssitzung vorzubereiten. Von daher kann ich hier signalisieren, dass wir genau an diesem Thema arbeiten.»

Zuvor hatte etwa die Handwerkskammer Dresden die Schaffung eines Unternehmerlohns nach dem Vorbild Baden-Württembergs gefordert (Tageskarte berichtete). Derzeit bleibe etwa selbstständigen Kosmetikern oft nur der Gang zum Arbeitsamt, um Hartz-IV-Gelder zu beantragen, da ihnen im Unterschied zu Angestellten kein Kurzarbeitergeld zustehe. Ähnlich äußerte sich auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Leipzig. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Geräuschlos und ohne Nachtsitzung haben die Koalitionäre den Deckel auf ihr Reformpaket gemacht. An ihm hängt viel - für die Wirtschaft, den Bestand des Regierungsbündnisses und die Stimmung im Land.

Die Koalition will den Krankenstand in der Wirtschaft herunterbringen - mit höheren Anforderungen an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Das bringt nicht nur Ärztevertreter auf die Barrikaden.

Die Umgestaltung der Rente in Deutschland ist zentral bei den Entscheidungen der Koalition. Offen sind aber noch mögliche Änderungen bei Minijobs. Merz kündigte an, über den rentenpolitischen Umgang mit Beschäftigungsverhältnissen werde im Herbst entschieden. Der DEHOGA Bayern sieht die Minijobs bereits als gesichert.

Die Spitzen von Union und SPD haben sich nach langem Ringen im Koalitionsausschuss auf ein Reformpaket für wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit verständigt. 

Mit einem Appell zum Kauf heimischer Weine und einem neuen Förderprogramm reagiert Baden-Württemberg auf die angespannte Lage im Weinbau. Ministerpräsident Cem Özdemir warnt vor den Folgen für Kulturlandschaft und Tourismus, während die Landesregierung zusätzliche Hilfen für die Betriebe auf den Weg bringt.

Nur Barzahlung möglich? Das mögen die Finanzminister von Bund und Ländern gar nicht. Schon bald könnte damit Schluss sein. Das Bundesfinanzministerium will bald neue Gesetze zur Bekämpfung von Steuerbetrug vorlegen.

Die Bundesregierung will statt einer Abgabe nun doch eine Zuckersteuer auf Getränke wie Limonaden und Colas erheben. Grund für den Schwenk sind offenbar verfassungsrechtliche Bedenken.

Über die Renten-Reform besteht weitgehend Einigkeit. Die Bewährungsprobe für die neue Harmonie in der schwarz-roten Regierung steht aber noch bevor - ab Mittwoch im Koalitionsausschuss. Was geplant ist, bei Tageskarte lesen.

Der Bundesverband der Systemgastronomie hat auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Zugleich verband der Verband diese Pläne mit Forderungen nach weniger Bürokratie und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.

Die Stadt München sieht trotz freiwilliger Vereinbarungen keine spürbare Entlastung im Univiertel. Oberbürgermeister Dominik Krause kündigt an, bei ausbleibender Verbesserung das Verkaufsverbot für Flaschenbier bereits ab 22 Uhr wieder einzuführen.