Neue Marktübersicht für „Serviced Apartments“

| Hotellerie Hotellerie

Großes Wachstum, neue Konzepte, steigende Komplexität: Mit der Expansion in alle Richtungen ist es zuletzt schwieriger geworden, die diversen Apartmentkonzepte einzuordnen. Jetzt hat die Fachgruppe Serviced Apartments des Arbeitskreises Hotelimmobilien eine Marktübersicht erneuert.

Mit der Charta sollen sich Einsteiger leichter orientieren können. Zugleich wird eine noch stärkere, einheitliche Begriffsverwendung erreicht. Neu in der Marktübersicht für temporäres Wohnen ist die schärfere Trennung von wohnwirtschaftlichen und gewerblichen Konzepten: Serviced Apartments werden nun erstmals ausschließlich dem gewerblichen Bereich zugeordnet. Die Einordnung der Konzepte und Betriebstypen erfolgt über den Service-Grad und die Aufenthaltsdauer – nicht mehr über die Apartmentgrößen. Die mehrseitige Charta umfasst eine neue Übersicht der Begriffe sowie detaillierte Grafiken und Erläuterungen zu Teilaspekten wie dem Baurecht. Sie steht allen Akteuren im Segment, Verbänden und Institutionen sowie Städten und Gemeinden als neue Arbeitsgrundlage frei zur Verfügung.

„Mit der großen Nachfrage und etlichen weiteren Projekten hat das Segment der Serviced Apartments allein 2018 einen neuen, großen Sprung in seiner Bekanntheit machen können – wenn diese auch immer noch wachsen muss und es dafür auch international einheitlicherer Begrifflichkeiten bedarf“, betont Anett Gregorius, Inhaberin von Apartmentservice und Leiterin der Fachgruppe Serviced Apartments im Arbeitskreis Hotelimmobilien. Zugleich seien mit den vielen, neuen Beteiligten aus der Hotellerie und Wohnwirtschaft, den Mixed-Use-Tendenzen und der wachsenden Zahl an Subbrands die bisherigen Konzeptgrenzen verschwommen. Um den Trends gerecht zu werden und neuen Akteuren den Einstieg ins Segment zu erleichtern, hat Anett Gregorius 2018 zu einer Überarbeitung und Vereinfachung der bisherigen Systematik angeregt und diese gemeinsam mit den Arbeitskreis-Mitgliedern – Betreiber, Investoren, Banker, Steuerberater und Rechtsanwälte – umgesetzt.

Die neue Charta spiegelt weiterhin das Feld des Temporären Wohnens in der Sandwich-Position zwischen Wohnungsmarkt und klassischer Hotellerie wider und unterscheidet klarer denn je zwischen gewerblichen und wohnwirtschaftlichen Konzepten. Neu ist, dass Serviced Apartments erstmals ausschließlich dem gewerblichen Bereich zugeordnet werden – definiert als möblierte Einheiten, die immer über eine Kochgelegenheit verfügen. Ihre Ausstattung ist auf längere Aufenthalte ausgelegt mit hoteltypischen Services, die je nach Konzept im Umfang variieren und sich im auf Selbstversorgung fokussierten „Serviced Apartmenthaus“, früher „klassisches Apartmenthaus“, oder im service-reichen „Aparthotel“ befinden. Der wohnwirtschaftliche Bereich wird erstmals unterschieden in „Serviced Accommodation“ und „Furnished Accommodation“: Während letzteres mit unbegrenzter Aufenthaltsdauer auch nur teilmöbliert angeboten wird und keine Service-Leistungen beinhaltet, umfasst „Serviced Accommodation“ auch die neuen Living-Konzepte (Corporate Housing, Micro Living, Co-Living, Senior Living etc.) und das Studentische Wohnen.

Insgesamt ist die neue Charta weniger komplex als die Vorgänger-Matrix und orientiert sich in der neuen „Übersicht der Begrifflichkeiten“ mit Basis Deutschland erstmals ausschließlich am Servicegrad, der Aufenthaltsdauer und Betriebsform – und nicht mehr an den Apartmentflächen. „Durch den allgemeinen Trend zu Flächeneffizienz sind die Apartmentgrößen kein Kriterium mehr für die Zuordnung zu einem bestimmten Konzept“, erklärt Anett Gregorius. Auf den weiteren Seiten der Charta finden sich tiefergehende Erläuterungen und Darstellungen, um auch Teilaspekte wie die baurechtliche Einordnung und Baugebietsbegriffe besser zu verstehen. 

„Mit der mehrseitigen, neuen Charta Temporäres Wohnen, die die Branche mit großem, gemeinsamem Engagement überarbeitet hat, zeigen wir der Immobilienwelt, wie wir heute mit all unseren Differenzierungen verstanden werden sollten“, erläutert Anett Gregorius. „Damit können wir den Kommunen und Ländern proaktiv ein Instrument an die Hand geben, mit dem sie unser Segment besser verstehen, die angespannten Wohnungsmärkte mit temporären Wohnkonzepten ein Stück weit entlasten können – und dem Markt ein weiteres Wachstum ermöglichen.“ Zudem wird sie zahlreichen Verbänden und Institutionen frei zur Verfügung gestellt. Die Fachgruppe arbeitet bereits an adaptierten Versionen der Charta für Österreich und die Schweiz.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine gemeinsame Hotelbeteiligung, eine mit 100 Millionen Euro bewertete Software und ein Streit vor Gericht: Grand Metropolitan und das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin widersprechen sich in zentralen Fragen. Jetzt sorgt ein Eigentümerwechsel für eine neue Wendung.

IHG Hotels & Resorts und die Harilela Group erweitern ihre Partnerschaft und gliedern drei Häuser der Marke The Hari in die Vignette Collection ein. Die Vereinbarung umfasst Standorte in London, Hongkong und Singapur.

Die Österreichische Hotelvereinigung fordert gesetzliche Vorgaben zur Echtheitsprüfung von Online-Bewertungen nach italienischem Vorbild. Eine Umfrage belege, dass die Mehrheit der Verbraucher nur verifizierte Hotelbeurteilungen befürworte.

Accor gliedert nach einer umfassenden Renovierung das Hotel Aeschi Interlaken in ihre Handwritten Collection ein. Das Haus mit 40 Zimmern erweitert das Schweizer Portfolio des Konzerns auf 79 Betriebe.

Die Motel One Group startet mit The Cloud One Hotels erstmals in Dresden. Das frühere Revo-Hotel Townhouse Dresden a Vagabond Club am Neumarkt wird als The Cloud One Dresden-Frauenkirche mit 95 Zimmern fortgeführt.

Der Hotelverband Deutschland fordert einen offenen und diskriminierungsfreien Zugang zu agentischen Buchungssystemen. Hotels müssten nach Auffassung des IHA ihre eigenen Preise, Verfügbarkeiten und Direktbuchungsangebote in die neuen Systeme einspeisen können.

Die 12.18. Investment Management GmbH hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht Düsseldorf hat daraufhin die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

Die DSR Hotel Holding führt im aja Travemünde dauerhaft einen robotergestützten Massageservice ein. Das Pilotprojekt soll ab dem ersten Quartal 2027 auf weitere Häuser der Marken aja und A-ROSA ausgeweitet werden.

Das Hilton Frankfurt Gravenbruch nimmt bis auf Weiteres keine neuen Gäste mehr auf. Das Hotel in Neu-Isenburg ist nach Angaben von Geschäftsführer Werner Kleber in einen „Notbetrieb“ gegangen. Hintergrund sind nach Recherchen der Hessenschau gesperrte Geschäftskonten infolge der EU-Sanktionen gegen den iranischen Geschäftsmann Ali Ansari.

Mit dem Leonardo Nürnberg City Center eröffnet Leonardo Hotels Central Europe sein drittes Haus in Nürnberg. Das ehemalige IntercityHotel wurde im Dezember 2025 übernommen, im laufenden Hotelbetrieb modernisiert und auf die Marke ausgerichtet.