DIHK fordert vom Bund finanziellen Bonus für zusätzliche Azubi-Plätze

| Politik Politik

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat in der Corona-Krise einen finanziellen Bonus für Firmen gefordert, die zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten. Möglich wären vom Bund eine Einmalzahlung oder Zuschüsse zur Vergütung im ersten Ausbildungsjahr, heißt es in einem am Montag vom DIHK vorgelegten 10-Punkte-Programm. Damit soll auch in den schwierigen Corona-Zeiten die Ausbildung gesichert werden. Zuerst hatte die «Süddeutsche Zeitung» darüber berichtet.

In der Corona-Pandemie stünden die Unternehmen vor enormen Herausforderungen, heißt es. Betroffen seien nicht zuletzt viele der über 400.000 Ausbildungsbetriebe, besonders in Hotel und Gastronomie, Tourismus und Einzelhandel, aber auch in großen Teilen der Industrie. «Wenn Einnahmen fehlen und Berufsschulen geschlossen sind, geraten bestehende Ausbildungsverhältnisse in Gefahr, und die Sicherung von Ausbildungsangeboten für das kommende Ausbildungsjahr wird von Tag zu Tag schwerer.»

Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks hatte bereits von Problemen berichtet. Laut einer Umfrage beabsichtige jeder vierte der befragten Betriebe, sein Ausbildungsengagement zu reduzieren. Es müsse daher alles dafür getan werden, Ausbildungsbetriebe über Wasser zu halten, damit sie als Ausbildungsorte nicht wegbrechen.

Nur mit einer ausreichenden Anzahl neuer Lehrstellenangebote für das kommende Ausbildungsjahr könnten die Fachkräfte gesichert werden, die die Betriebe nach Überwinden der Krise nötiger denn je bräuchten, so der DIHK. In dem 10-Punkte-Programm setzt sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag unter anderem dafür ein, virtuelle Lernangebote zu nutzen und auszubauen. Der Bund sollte Zuschüsse für digitales Lernen und die nötige technische Ausstattung nicht nur an bedürftige Schüler, sondern auch an Azubis zahlen.

Die Industrie- und Handelskammern wollten außerdem die Bundesagentur für Arbeit dabei unterstützen, Azubis aus insolventen Unternehmen in andere Betriebe zu vermitteln, in denen sie ihre Ausbildung fortsetzen und beenden könnten. Es sollte zudem ein Kurzarbeitergeld für Azubis eingeführt werde. Ausbildungsprüfungen sollten nachgeholt werden können.

In Regionen mit besonders angespanntem Ausbildungsmarkt sollten ferner die Partner vor Ort darüber entscheiden, bedarfsgerecht und vorübergehend außerbetriebliche Ausbildung zu ermöglichen. Für Jugendliche, die ihre favorisierte Berufsausbildung im kommenden Ausbildungsjahr nicht aufnehmen könnten oder sich beruflich orientieren wollten, sollten zeitlich begrenzt Angebote im gemeinnützigen Bereich wie das Freiwillige Soziale Jahr ausgebaut werden.

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Google steht unter Druck: Die von Künstlicher Intelligenz betriebenen Chatbots werden zunehmend zur Konkurrenz. Brüssel will dem Wettbewerb nicht im Weg stehen - im Gegenteil.

Der DEHOGA und weitere Wirtschaftsverbände kritisieren die geplante steuerfreie 1.000-Euro-Prämie. Sie sehen darin eine zusätzliche Belastung für Unternehmen in einer angespannten wirtschaftlichen Lage.

Der Dehoga Niedersachsen warnt vor massiven Schäden für das Gastgewerbe durch angekündigte Streiks im Nah- und Luftverkehr während der Hannover Messe. Verbandspräsident Breuckmann kritisiert den Zeitpunkt der Maßnahmen und fordert eine schnelle Einigung der Tarifparteien.

Die schwarz-rote Koalition reagiert auf gestiegene Preise. Eine Maßnahme: die sogenannte Entlastungsprämie von 1.000 Euro. Doch Unternehmensvertreter reagieren genervt.

Die NGG wirft dem DEHOGA Rheinland-Pfalz vor, Tarifverhandlungen einseitig für gescheitert erklärt zu haben. Beide Seiten stellen unterschiedliche Positionen zu Angebot und Forderungen dar.

Die schwarz-rote Koalition reagiert auf gestiegene Preise. Eine Maßnahme: die sogenannte Entlastungsprämie. Doch wie viele Arbeitnehmer sie am Ende bekommen, bleibt abzuwarten.

Die Folgen des Iran-Kriegs belasten Autofahrer und Wirtschaft. Mit einer Steuersenkung und einem Krisen-Bonus will die Koalition helfen. Weitere Reformen sollen folgen.

Die Bundesregierung hält an ihren Plänen fest, künftig eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit zu ermöglichen. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor, die als Bundestagsdrucksache vorliegt.

Berlin will über den Bundesrat eine bundesweite Pflicht für digitale Zahlungsmittel durchsetzen. Auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist eine entsprechende Regelung vorgesehen.

Ein Bündnis mehrerer Branchenverbände spricht sich gegen die geplante Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf die Gastronomie aus. Die Organisationen sehen laut Mitteilung zusätzliche Belastungen und fordern ein Aussetzen des Gesetzesvorhabens.